EU-Saatgut-Verordnung: ExpertInnen-Hearing im EU-Parlament

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Am Dienstag, 26. November 2013, wurde ExpertInnen in einem großen, offiziellen Rahmen die Möglichkeit eingeräumt, ihre Stellungnahme zur geplanten EU-Saagutverordnung darzulegen. Unter den Eingeladenen befand sich Klaus Rapf, Vorstand des Vereins „Arche Noah“, der gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation Global 2000 im vergangenen April die Petition „freievielfalt.at“ ins Leben gerufen hat.

Eine Stellungnahme von Sergio Silvestris, dem Berichterstatter aus dem EU-Agrarausschuss, fordert laut Angaben von Global 2000 und „Arche Noah“ in einigen Punkten Verschärfungen gegenüber dem Vorschlag der EU-Kommission und lässt die Bedeutung der Vielfaltssorten außer Acht. „Während Silvestris die Industrie hofiert, verheißt die EU-Saatgutverordnung für LandwirtInnen nichts Gutes. Wenn der Kommissionsvorschlag in dieser Form angenommen wird, dann werden LandwirtInnen de facto gezwungen, Saatgut zu kaufen“, kritisieren die Global 2000 und „Arche Noah“ in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Sämtliche legale Wege, einander Saatgut zu verkaufen oder auch zu schenken, werden unterbunden. Wollte ein Landwirt Saatgut aus eigenem Nachbau weitergeben – egal ob entgeltlich oder nicht – müsste er dafür bürokratische Auflagen nach EU-Vorschrift erfüllen. Das gilt auch, wenn die Sorte nicht durch Sortenschutz geschützt ist.“

In einer gemeinsamen „Europäischen Erklärung zum geplanten EU-Saatgutrecht“ kritisieren rund zwei Dutzend Organisationen die geplante Saatgut-Verordnung der EU-Kommission.

Global 2000 & Arche Noah Pressemitteilung
Europäische Erklärung zum geplanten EU-Saatgutrecht