EU-Treibhausgasdaten 2006: nur langsame Fortschritte

Klima & Energie

Am 18.6.2008 hat die Europäische Umweltagentur EEA neue Zahlen zu den CO2-Emissionen der EU-Länder im Jahr 2006 veröffentlicht. Diese Daten werden auch an die UN-Klimarahmenkonvention UNFCCC übermittelt werden. Die EU-15 erreichten demnach im Jahr 2006 Emissionskürzungen in der Höhe von 0,8 % und liegen damit 2,7 % unter den 1990er-Werten – das Ziel ist -8 %. Dennoch, so die Europäische Kommission, ist die EU nach wie vor „auf einem guten Weg, ihr Kyoto-Ziel zu erfüllen“.

Friends of the Earth ist da ganz anderer Meinung: Das Kyoto-Ziel bleibt für die EU-15 in weiter Ferne, die „alten“ Mitgliedstaaten sind keineswegs auf „einem guten Weg“ zu ihrem Kyoto-Ziel. Die erreichten Emissionsreduktion beruhen großteils auf dem warmen Wetter und der geringeren Notwendigkeit, zu heizen, Europa muss endlich Ernst mit seiner Klimapolitik machen.

In den neuen EU-Mitgliedstaaten (EU-12) mit ihren wachsenden Wirtschaften sind die Emissionen erwartungsgemäß gestiegen. Die EU-27, die ja kein gemeinsames Kyoto-Ziel hat, liegt damit 7,7 % unter den Werten von 1990 – was an der Deindustrialisierung in den neuen Mitgliedstaaten in den 1990ern liegt.

Sorgenkind bleibt nach wie vor der Verkehr, hier zeigt sich eine Zunahme der Emissionen um 0,7 %.

Pressemeldung EEA (en)
„Annual European Community greenhouse gas inventory 1990 - 2006 and inventory report 2008” (en)
Länderprofile (en)
Pressemeldung IP/08/965 Kommission
Pressemeldung FoE Europe (en)