EU-Verkehrsanzeiger: Verbesserungen im Verkehrssektor der Mitgliedstaaten

Verkehr & Luft & Industrie

Die Europäische Kommission hat am 20. November 2015 die zweite Ausgabe des sogenannten „EU-Verkehrsanzeigers“ veröffentlicht, der die Leistung der Mitgliedstaaten in 29 Verkehrskategorien vergleicht.

Ziel ist es, die Bereiche mit besonders großem Investitions- oder Handlungsbedarf herauszustellen und damit die Mitgliedstaaten bei der Verbesserung ihrer nationalen Verkehrssysteme zu unterstützen. Mit größerer Nachhaltigkeit und höherer Effizienz soll der europäische Verkehrssektor im Rahmen einer zukunftsweisenden Klimapolitik seinen Beitrag zum Aufbau einer Energieunion leisten.

Der Verkehrsanzeiger umfasst Daten aus verschiedenen öffentlichen Quellen (u. a. Eurostat, Europäische Umweltagentur, Weltwirtschaftsforum). Nach der Veröffentlichung der ersten Ausgabe im Jahr 2014 hat die Kommission die Indikatoren verfeinert und den Anzeiger optisch verbessert. Mit der diesjährigen Ausgabe ist es nunmehr möglich, die Fortschritte der Mitgliedstaaten zeitlich zu verfolgen.

An der Spitze des Verkehrsanzeigers stehen dieses Jahr die Niederlande mit hohen Punktzahlen in 16 Kategorien, gefolgt von Schweden, Finnland, dem Vereinigten Königreich und Dänemark.

Österreich befindet sich im Verkehrsranking insgesamt an siebenter Stelle. Ende Juli 2015 war die Zahl der laufenden Gerichtsverfahren aufgrund mutmaßlicher Verstöße gegen das EU-Recht im Verkehrsbereich insgesamt niedrig. Österreich hat 97% der EU-Richtlinien im Verkehrsbereich in nationales Recht umgesetzt. Der Anteil der in wachstumsstarken Verkehrsunternehmen geschaffenen Arbeitsplätze liegt unter dem europäischen Durchschnitt (6% im Vergleich zu 8%).

In Antworten auf eine Umfrage des Weltwirtschaftsforums erhielt die Qualität der österreichischen Straßen die zweitbeste Bewertung in der gesamten EU. Auch die Infrastruktur des österreichischen Schienen- und Luftverkehrs schnitt hierbei gut ab. Import und Export können in Österreich durchschnittlich schneller als im EU-Durchschnitt abgewickelt werden. Sämtliche Binnenwasserstraßen Österreichs liegen im Rhein-Donau-Korridor des TEN-V. Die Kernnetze für den Hochgeschwindigkeits-Schienenverkehr sind zu 37% und für den Straßenverkehr zu 97% fertiggestellt.

Österreich belegt mit seinem Anteil erneuerbarer Energien am Kraftstoffverbrauch im Verkehrssektor den dritten Platz in der EU. Allerdings ist der Anteil der neu zugelassenen Kraftfahrzeuge, die mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden, relativ niedrig. Die Zeit, die Autofahrer in Österreich im Stau stehen, liegt leicht unter dem EU-Durchschnitt.

2014 konnte Österreich die Sicherheit auf seinen Straßen gegenüber 2013 verbessern und liegt nun im EU-Durchschnitt. Die Kundenzufriedenheit mit Verkehrsdiensten ist in Österreich gut, vor allem mit dem städtischen Nahverkehr, der in der EU die dritthöchsten Zufriedenheitswerte erreicht. Der Anteil der im Verkehrssektor beschäftigten Frauen liegt leicht unter dem EU-Durchschnitt.

EU-Kommission Pressemitteilung
Quelle:Verkehrsanzeiger für Österreich