EU will verbindliche CO2-Grenzwerte für LKW
18.5.18
Der Verkehrssektor ist das wohl größte Sorgenkind der europäischen Klimapolitik, besonders in Österreich sind die Emissionen des Straßenverkehrs in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Nun will die EU-Kommission einen weiteren Schritt setzen, um dem entgegenzusteuern und Emissionslimits für Lastkraftwagen einführen. Bis zum Jahr 2025 soll deren CO2-Ausstoß um 15 Prozent sinken, bis 2030 um 30 Prozent, jeweils im Vergleich mit dem Jahr 2019. Im Vorfeld hatte sich der europäische Autoverband (ACEA) für eine Reduzierung der Emissionen um nur 7 Prozent eingesetzt.
Der Verkehrssektor ist derzeit für 27 Prozent der klimaschädlichen Emissionen der EU verantwortlich. LKW stoßen ein Viertel davon aus, obwohl sie nur fünf Prozent aller Fahrzeuge auf den Straßen der EU ausmachen.
Dem Vorschlag der Kommission müssen nun noch die Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament zustimmen, bevor er umgesetzt werden kann. Das könnte noch ein langer Weg werden. So haben sich unter anderem bereits die ÖVP-Europaabgeordneten Claudia Schmidt und Lukas Mandl zum Vorschlag gemeldet. Sie kündigten eine "intensive Prüfung" des Gesetzesvorschlages im EU-Parlament an. "Österreich hat ein Interesse daran, dass der LKW-Transit durch unser Land sauberer und klimafreundlicher wird. Aber Arbeitsplätze dürfen dabei nicht aufs Spiel gesetzt werden. CO2-Limits für Lastwagen müssen nachhaltig sein", so Mandl. Schmidt, Verkehrssprecherin der ÖVP im EU-Parlament, warnt vor einer "blinden Jagd nur auf CO2 ohne nach links und rechts zu schauen".
Mit solchen Positionen scheinen die Klimaziele der EU nicht erreichbar zu sein.
Euractiv: EU’s ‘long overdue’ first foray into truck rules revealed
ÖVP-Mandl/Schmidt: CO2-Limits für Lastwagen müssen nachhaltig sein