EU-WissenschafterInnen: „Rechnungsfehler“ bei der Emissions-Bewertung von Biokraftstoffen - umweltschädlich

Klima & Energie

Der Wissenschaftliche Beirat der Europäischen Umweltagentur (EEA) hat am Freitag seine Bewertung über die Umweltauswirkungen von Biokraftstoffen präsentiert. Diese seien nicht, wie von der EU-Kommission bisher angenommen, emissions-neutral. Der Wissenschaftliche Beirat warnt vor potentiell „ernsthaften Auswirkungen“ auf die Umwelt.

Biokraftstoffe sind ein wichtiger Teil der Energiestrategie der EU-Kommission, die diese als „karbon-neutral“ bewertet. In den letzten Monaten wurde die Kritik an diesen Treibstoffen jedoch immer lauter. Jetzt bestätigt der Wissenschaftliche Beirat der EU-Umweltagentur die Kritik der UmweltschützerInnen: Bei der Berechnung der Emissionswerte von Biokraftstoffen für die Entwicklung der EU-Gesetzgebung sei ein „Rechenfehler“ passiert.

Biokraftstoffe hätten keine „Null-Emissionen“, da bestimmte Faktoren im Lebens-Zyklus der Biokraftstoffgewinnung- und verwendung nicht berücksichtig worden seien. Darüber hinaus müssten zwei bis drei Mal so viele Flächen für den Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Kraftstoffen bereitgestellt werden wie jetzt. Das hätte katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt.

Die Analyse des Wissenschaftlichen Beirats der Europäischen Umweltagentur bestätigt frühere kritische Studien zum Thema Biokraftstoffe, die vom Europäischen Umweltbüro (EEB), von BirdLife Europe und der Organisation „Transport & Environment“ in Auftrag gegeben wurden.

Der Wissenschaftliche Beirat kritisiert auch die schädlichen Auswirkungen der Intensivlandwirtschaft auf die Umwelt: es sei „sehr unwahrscheinlich“, dass eine Verdoppelung des Anbaus für die Biokraftstoffgewinnung „ohne ernsthafte Auswirkungen auf die Umwelt möglich sei“.

EEB: EU scientists confirm bio-energy accounting error
EEA: Opinion of the EEA Scientific Committee on Greenhouse Gas Accounting in Relation to Bioenergy
BirdLife International: Bioenergy - a carbon accounting time bomb (en)