EUA: 430.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr durch Luftverschmutzung
Verkehr & Luft & Industrie
Die Luftverschmutzung in Europa verursacht jährlich rund 430.000 vorzeitige Todesfällte, warnt die Europäische Umweltagentur (EUA).Die Daten stammen aus dem aktuellen SOER-Bericht, der Anfang März veröffentlicht wurde. Dieser neue Bericht über den Zustand und die Perspektiven der Umwelt in Europa (European Environment — State and Outlook 2015 Report) - enthält eine umfassende Bewertung des Zustands, der Tendenzen und der Prognosen zu der Umwelt in Europa. Der Bericht wird von der Europäischen Umweltagentur in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Umweltüberwachungs- und Informationsnetz (EIONET) und den Kommissionsdienststellen erstellt.
Zwar weist der Bericht zahlreiche Verbesserungen in umweltrelevanten Belangen auf, es gibt allerdings auch viele negative Fakten und Trends. Die EU fasst die wichtigsten Punkte auf ihrer Webseite in deutscher Sprache zusammen:
Luft- und Lärmbelastung verursachen in städtischen Gebieten auch weiterhin ernste gesundheitliche Schäden. Im Jahr 2011 wurden etwa 43.000 vorzeitige Todesfälle in der EU auf Feinstaub zurückgeführt, während die Exposition gegenüber Lärm jährlich mindestens 10.000 vorzeitige Todesfälle aufgrund von Herzerkrankungen bedingt.
Die geplanten Verbesserungen der Luftqualität werden voraussichtlich nicht ausreichen, um anhaltende Schäden zu vermeiden, während gleichzeitig von einer Verschärfung der Auswirkungen des Klimawandels ausgegangen wird.
Es wurde ein Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Einsatz von Chemikalien, insbesondere in Konsumgütern, und einer beobachteten Zunahme hormonell bedingter Erkrankungen und Störungen beim Menschen festgestellt.
Die biologische Vielfalt nimmt immer weiter ab. Der Erhaltungszustand zahlreicher geschützter Arten und Habitate gilt als ungünstig, dies belegen 60 % der Untersuchungen zu geschützten Arten und 77 % der Habitatsuntersuchungen. Europa befindet sich in Bezug auf das Ziel, den Biodiversitätsverlust bis 2020 aufzuhalten, nicht auf Kurs.
Die Süßwasserqualität hat sich in den vergangenen Jahren verbessert, dennoch wird etwa die Hälfte aller europäischen Binnengewässer mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 2015 keinen „guten ökologischen Zustand“ erreichen.
Die biologische Vielfalt in Meeres- und Küstenregionen gibt besonderen Anlass zur Besorgnis. Zu den Belastungen zählen die Schädigung des Meeresbodens, Verschmutzung, invasive gebietsfremde Arten und Versauerung. Die Überfischung im Atlantik und in der Ostsee ist zurückgegangen, im Mittelmeerraum hat sich die Lage jedoch verschlechtert: Im Jahr 2014 waren 91 % der untersuchten Bestände überfischt.
Im Jahr 2012 wurden weniger als 6 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Europa für den ökologischen Landbau verwendet.
Durch die Auswirkungen des Klimawandels werden sich Belastungen und Auswirkungen voraussichtlich intensivieren. Es wird erwartet, dass die zugrundeliegenden Triebkräfte des Biodiversitätsverlusts fortbestehen.
Die derzeitigen Politikziele sind nicht ausreichend, um Europa ein Erreichen seiner langfristigen Umweltziele zu ermöglichen, z. B. die Senkung der Treibhausgasemissionen um 80-95 %.
EUA: Die Umwelt in Europa 2015
EurActiv: Air pollution will kill thousands in Europe, EEA warns