Eurobarometer: EU-BürgerInnen ist der Kampf gegen den Klimawandel wichtiger als wirtschaftliche Maßnahmen gegen die Rezession

Klima & Energie

Für jeden fünften EU-Bürger (20%) ist der Klimawandel das größte Problem.

Der Kampf gegen die Armut, den Hunger und die Versorgung mit Trinkwasser wird von 28 Prozent der EU-BürgerInnen als das größte globale Problem angesehen, gefolgt vom Klimawandel (20%) und der wirtschaftlichen Situation (16%). Das ist das Ergebnis der neuesten Eurobarometer-Befragung über den Klimawandel, die im letzten Juni durchgeführt wurde.

Die Sorge der EU-BürgerInnen über die Auswirkungen des Klimawandels wächst ständig. Bei der letzten Eurobarometer-Umfrage im Jahr 2009 nannten erst 17 Prozent den Klimawandel als das größte globale Problem.

Die Antworten der Befragten aus Österreich nach dem „größten Problem“ unterscheiden sich nicht wesentlich von den Antworten anderer EU-BürgerInnen. 19 Prozent der Österreicher sehen den Klimawandel als größtes globales Problem (EU: 20%).

68 Prozent der Befragten betrachten den Klimawandel als „sehr ernstes“ (2009: 64%) und insgesamt 89 Prozent als ein „ernstes“ Problem („sehr ernst“ oder „ziemlich ernst“).

74 Prozent der ÖsterreicherInnen betrachten den Klimawandel als „sehr ernst“, insgesamt 92 Prozent halten ihn für ein „ernstes“ Problem.

Interessante Unterschiede gibt es auch bei den Antworten über die Frage nach der Verantwortung. Während im EU-Durchschnitt rund 41 Prozent den nationalen Behörden und 35 Prozent der EU die ausschließliche Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel zusprechen, teilen nur 20 bzw. 27 Prozent der ÖsterreicherInnen diese Meinung.

„Alle“ seien verantwortlich im Kampf gegen den Klimawandel, auch die Wirtschaft und die BürgerInnen, finden 41 Prozent der ÖsterreicherInnen. Damit liegt ihr Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt weit über dem EU-Durchschnitt von 23 Prozent.

Eine große Mehrheit der EU-BürgerInnen ist auch der Meinung, dass die Bekämpfung des Klimawandels und eine effizientere Energienutzung die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt ankurbeln können. Insgesamt 78 Prozent stimmten dieser Aussage „voll und ganz“ oder „eher“ zu. 84 Prozent der ÖsterreicherInnen sind dieser Meinung.

68 Prozent der EU-BürgerInnen sprachen sich dafür aus, die Besteuerung stärker am Energieverbrauch auszurichten. In jedem einzelnen Mitgliedstaat gab es dafür eine Mehrheit. In Österreich befürworten insgesamt 78 Prozent diese Maßnahme. Eine höhere Zustimmung für die stärkere Besteuerung eines hohen Energieverbrauchs gibt es nur in Estland, Zypern, und Portugal (in Dänemark liegt die Zustimmung wie bei Österreich bei 78%).

EU-Pressemitteilung
Eurobarometer 372: Climate Change (pdf)