Eurobarometer: Großteil der EuropäerInnen hält PolitikerInnen für korrupt

Die Ergebnisse der jüngsten Eurobarometer-Umfrage zum Thema Korruption zeigen, dass die Mehrheit der EU-BürgerInnen Korruption als immer größeres Problem sieht.

Der Großteil (74 Prozent) ist der Ansicht, dass Korruption in ihrem Land ein großes Problem darstellt. Am wenigsten Vertrauen haben die Griechen: 98 % halten ihre PolitikerInnen für korrupt.

Auch die ÖsterreicherInnen sind besonders pessimistisch, 80 Prozent sehen Korruption in ihrem Land als ein großes Problem. Die schlechte Meinung der ÖsterreicherInnen über ihre PolitkerInnen hat seit der letzten Eurobarometer-Befragung im Jahr 2009 extrem zugenommen.

Korruption wird den PolitikerInnen aller Ebenen vorgeworfen – national, regional und lokal. Am meisten Vertrauen haben die ÖsterreicherInnen noch in ihre lokalen RepräsentantInnen: diese werden von „nur“ 73 Prozent der WählerInnen für korrupt gehalten (Zunahme seit 2009: 10 Prozent), die regionalen PolitikerInnen halten 75 Prozent für korrupt (10 % mehr als 2009).

Die österreichischen nationalen PolitikerInnen werden jetzt sogar von 19 Prozent mehr BürgerInnen für korrupt gehalten als noch vor drei Jahren. Insgesamt sind 85 Prozent der österreichischen WählerInnen der Meinung, dass ihre nationalen PolitikerInnen korrupt sind.

Die enge Verknüpfung von Politik und Wirtschaft wird von vielen als Faktor gesehen, der zur Korruption beiträgt. Die Mehrheit der EuropäerInnen (68 Prozent) ist der Meinung, dass es nicht genügend Transparenz und Überwachung bei der Parteienfinanzierung gibt. (Österreicher: 66 Prozent).

Eurobarometer 374: Corruption (pdf, en)
EU-Kommission Pressemitteilung (en)