Eurobarometer: ÖsterreicherInnen zufrieden, aber kein Vertrauen in die Europäische Union

Das aktuelle Flash-Eurobarometer befragt Europäer in insgesamt 170 Regionen der 27 EU-Mitgliedstaaten um ihre Meinung zu diversen Themen. Es ist dies das erste Eurobarometer dieser Art. Durch die Einteilung in 170 Regionen ergibt sich ein detailliertes Bild über die Meinungen und Probleme der EuropäerInnen, die nicht nur durch ihre Nationalität sondern auch durch ihre Zugehörigkeit zu bestimmten kleineren Regionen beeinflusst werden.

In Österreich entsprechen die untersuchten Regionen den Bundesländern.

Die Europäer bewerteten die Lebensqualität durchschnittlich mit 75 Prozent als „sehr gut“ oder „gut“, wobei die Kärntner (88%) merklich unzufriedener sind als der Rest der Österreicher. Alle anderen Bundesländer zeigten Werte von über 90 Prozent. Die Vorarlberger bewerteten ihre Lebensqualität zu 99 Prozent als „sehr gut“ oder „gut“, gefolgt von den Burgenländern und Niederösterreichern mit jeweils 97 Prozent. Insgesamt liegt die Zufriedenheit der Lebensqualität der Österreicher weit über dem EU-weiten Durchschnitt von 75 Prozent.

Die Wirtschaftslage wird von durchschnittlich 55 Prozent der Europäer als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ beurteilt. Auch hier sind die Kärntner innerhalb Österreichs am pessimistischsten (55 %). Nur 4 Prozent der Vorarlberger empfindet hingegen die wirtschaftliche Situation als negativ.

Nur zehn Prozent der Europäer erwarten sich in den nächsten 12 Monaten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, wobei in Österreich die Tiroler mit 15 Prozent merklich optimistischer sind als das restliche Europa. Nicht viele Wiener, Salzburger und Burgenländer (jeweils 7 %) rechnen mit einer wirtschaftlichen Erholung in nächster Zeit.

Die Arbeitslosigkeit gilt den EuropäerInnen mit 61 Prozent als das weitaus größte Problem, wobei die österreichischen Werte allesamt unter dem EU-Durchschnitt liegen. In der Steiermark empfinden 46 Prozent die Arbeitslosigkeit als das vordringlichste Problem, gefolgt vom Burgenland (38 %) und Niederösterreich (36 %).

Nur 6 Prozent der Europäer empfinden Umweltthemen als das wichtigste Thema in der EU, die Kärntner liegen mit ihrer Meinung genau im EU-weiten Durchschnitt. Alle anderen österreichischen Bundesländer weisen Umweltthemen eine merklich größere Bedeutung zu als die Bürger der restlichen EU-Mitgliedstaaten. 20 Prozent der Tiroler gaben bei der Befragung die Umwelt als wichtigstes Thema an.

Während durchschnittlich 46 Prozent der Europäer Vertrauen in die Europäische Union haben, wird dieser Wert nur von den Burgenländern erreicht und von den Wienern übertroffen (50 %).

Befragt danach, wer am besten geeignet ist, den Bürgern zu erklären wie die Europäische Union ihr tägliches Leben beeinflusst, nannten 15 Prozent der EuropäerInnen ihre EU-Abgeordneten, 11 Prozent die Kommissionmistglieder, 19 Prozent nationale Politiker, 20 Prozent Lokalpolitiker und 14 Prozent hielten „niemanden“ für geeignet. (1 % - alle gemeinsam; „weiß nicht“ – 12 %).

Die Österreicher vertrauen fast allesamt ihren EU-Abgeordneten weniger als die durchschnittlichen Europäer. Nur die Wiener liegen mit 16 Prozent über die EU-Durchschnitt. In der Steiermark vertrauen nur 8 Prozent den EU-Parlamentarier.

13 Prozent der Tiroler halten die Mitglieder der EU-Kommission für geeignet, um sie über EU-Agenden zu informieren. Das geringste Vertrauen in die EU-Kommission haben die Steirer, die Oberösterreicher und die Vorarlberger.

In allen Bundesländern haben die Österreicher merklich mehr Vertrauen in ihre nationalen Politiker, wenn es um EU-Informationen geht, als der Rest Europas. Vor allem die Burgenländer und Kärntner vertrauen der Bundesregierung (29 %).

Wenn es um EU-Themen geht, vertrauen die Kärntner ihren lokalen Politikern aber kaum. Mit 13 Prozent liegen sie merklich unter dem EU-Durchschnitt und zeigen von allen Bundesländern das geringste Vertrauen in ihre Landespolitiker. Die Oberösterreicher zeigen mit 28 Prozent das höchste Vertrauen in ihre Landespolitik, wenn es um Informationen über EU-Themen geht. (Anm. d. Red.: aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text auf eine Genderschreibweise bewusst verzichtet)

Die Ergebnisse des Flash Eurobarometers 356 (Public Opinion in the European Union Regions) stehen online als Download auf der Webseite der EU-Kommission zur Verfügung.

Eurobarometer: Public Opinion in the European Union Regions