Europäische Energieunion: Umweltorganisationen fordern mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien
Energie, Klima & Energie
Die Europäische Kommission hat heute Mittwoch, 25. Februar, ihren mit Spannung erwarteten Vorschlag zur Energieunion präsentiert. Darin schlägt sie ihre Prioritäten in der EU Energie- und Klimapolitik für die nächsten zwei Jahre vor. Dabei soll die engere Zusammenarbeit von EU-Staaten bei Energiefragen gefördert werden.Energieunion bedeute für die Kommission unter anderem, "Energieeffizienz grundlegend zu überdenken und als eigenständige Energiequelle zu behandeln, damit sie gleichberechtigt mit Erzeugungskapazität konkurrieren kann".
"Dieser Anspruch müsse nun aber durch Maßnahmen begleitet werden", so Roland Jöbstl, Policy Officer für Klima und Energie des European Environmental Bureau (EEB). Stattdessen gebe es aber eine fast obsessive Suche nach neuen Gaslieferanten. Eine erfolgreiche Energieunion erfordere aber, dass man Energieeffizienz an erste Stelle stellt und ein verbindliche Energieeffizienz-Ziel in Höhe von 40% bis 2030 verankert.
"Die Energieeffizienzrichtlinie, die Gebäude- und Energieverbrauchskennzeichnung sowie die Ökodesign-Richtlinie sind großartige Beispiele für erfolgreiche Maßnahmen auf EU-Ebene. Aber die Kommission muss nun klar und deutlich sagen, wie sie diese Instrumente stärken will, um weitere Einsparungen beim Energieverbrauch und bei Treibhausgasemissionen zu erreichen."
Walter Saurer, Energiesprecher von Greenpeace in Österreich ergänzt: "Die Energieunion bietet jetzt die Chance, den Ausbau der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz weiter voranzutreiben und die Energieabhängigkeit Europas zu reduzieren. Österreich muss diese Chance ergreifen und zusammen mit anderen Ländern wie Deutschland und Dänemark Allianzen schmieden um erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen als Kerntechnologien im Rahmen der Energieunion zu implementieren".
Sauer warnt vor faulen Kompromissen: "Die vorgeschlagene gleichrangige Behandlung von Schiefergasförderung mit erneuerbaren Energien ist völlig inakzeptabel. Dasselbe gilt für den von einigen Ländern zur Forcierung von Atomenergie geforderten, sogenannten neutralen Technologieansatz zur Erreichung der Klimaschutzziele."
53 Prozent der benötigten Energie wurden 2014 um 400 Milliarden Euro in die EU importiert. Die EU ist damit der größte Energie-Importeuer weltweit und abhängig von außereuropäischem Gas und Öl.
Pressemitteilung Kommission
Factsheet Energieunion (Kommission)
Pressemitteilung EEB (Englisch)
Pressemitteilung Greenpeace