Europäische Landwirtschaftsverbände warnen vor Freihandelsabkommen

21. Sept 17

Die EU will bis Ende 2017 ein Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Handelsblock Mercosur abschließen. Doch Europäische Landwirtschaftsverbände drängen die Kommission, keine zusätzlichen Rindfleischimporte aus Südamerika zu erlauben. Diese könnten „verheerende Auswirkungen“ auf Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten sowie auf die EU-Lebensmittelstandards haben.

Verhandlungen mit der Mercosur-Gruppe sind zwei Jahrzehnte lang immer wieder unterbrochen und wieder aufgenommen worden, zuletzt stellte sich das gewichtige Mercosur-Mitglied Brasilien quer. Wenn die EU ihre Märkte nicht für Rindfleischimporte aus Südamerika öffne, werde man die Verhandlungen wieder stoppen. Bereits jetzt stammen drei Viertel des in die EU importierten Rindfleischs aus dem Mercosur-Raum.

Die europäischen Rindfleisch-ProduzentInnen leiden bereits jetzt unter dem Brexit und haben sich gegen weitere Liberalisierungen ausgesprochen. Während die Nachfrage nach Rindfleisch in Europa in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent gefallen ist, könnten billige Importe aus Südamerika die Preise weiter drücken. Südamerikanische ProduzentInnen hätten hier Vorteile aufgrund der niedrigeren Produktionskosten. Diese seien auch durch niedrigere Lebensmittel-, Tierschutz- und Umweltstandards begründet.

 

Euractiv: EU-Bauern warnen vor „verheerenden Auswirkungen“ von Freihandelsabkommen