Europäische Umweltagentur: Emissionsziele für 2020 fast erreicht

Energie, Klima & Energie

Jüngsten Untersuchungen der Europäischen Umweltagentur (EUA) zufolge sind die Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union (EU) zwischen 2012 und 2013 um nahezu 2 Prozent zurückgegangen, so dass sich die EU ihren Emissionszielen für 2020 deutlich angenähert hat. Die durchschnittlichen Treibhausgasemissionen fielen bis dato auf 19 Prozent der Vergleichswerte des Jahres 1990 und dürften bis 2020 die 20-Prozent-Marke übersteigen.

Auch in Bezug auf zwei weitere Aspekte, die Förderung erneuerbarer Energien und die Optimierung der Energieeffizienz bis 2020, befindet sich die EU auf einem guten Weg.

"Unsere Analyse zeigt, dass Europa bei der Verwirklichung seiner Ziele für das Jahr 2020 gute Fortschritte macht", erklärte Hans Bruyninckx, Exekutivdirektor der EUA. "Trotz der Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre können wir feststellen, dass die politischen Strategien und Maßnahmen Wirkung zeigen und maßgeblichen Anteil an diesem Zwischenergebnis haben."

Es bestünde jedoch kein Anlass zur Selbstzufriedenheit. Die Analyse offenbart auch, in welchen Ländern und Sektoren sich die Entwicklung langsamer als geplant vollzieht.

Neun Länder kommen in Bezug auf die drei miteinander verknüpften politischen Ziele - Senkung der Treibhausgasemissionen, erneuerbare Energien und Energieeffizienz - gut voran. Bei sechs Mitgliedstaaten deuten die voraussichtlichen Treibhausgasemissionswerte darauf hin, dass sie ihre für das Jahr 2020 gesteckten Ziele mit eigenen politischen Strategien und Maßnahmen nicht erreichen werden. Die Vorausschätzungen der Mitgliedstaaten lassen ferner erkennen, dass sich bei den Emissionswerten in den Sektoren Verkehr und Landwirtschaft nur geringfügige oder gar keine Veränderungen ergeben haben, darunter auch Österreich.

Der Fortschrittsbericht enthält erstmals auch Daten über die Verwendung von Steuereinnahmen aus der Versteigerung von Emissionsrechten (Zertifikaten) im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (EU-EHS). Diese neue Einnahmenquelle für die Mitgliedstaaten erbrachte im Jahr 2013 insgesamt 3,6 Milliarden Euro. Davon sollen ungefähr 3 Milliarden Euro für klimaschutz- und energiepolitische Zwecke verwendet werden.

In der vergangenen Woche haben sich die europäischen Staats- und Regierungschefs auf neue Kernziele für 2030 geeinigt. Diese sehen die Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent gegenüber den Werten von 1990 vor, die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf mindestens 27 Prozent und die Verringerung des Energieverbrauchs um mindestens 27 Prozent gegenüber den Werten, die sich bei unveränderten Rahmenbedingungen ergeben würden.

Der Fortschrittsbericht steht auf der Webseite der Europäischen Umweltagentur als Download zur Verfügung. Auch einzelne Länderprofile sind verfügbar.

EUA Pressemitteilung
EU-Kommission Pressemitteilung