Europäischer Rechnungshof: Kampf gegen Lebensmittelverschwendung nicht ausreichend
Die EU unternimmt zu wenig gegen die Verschwendung von Lebensmitteln und ihre Strategie zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung ausbauen und besser koordinieren muss. Die Kommission solle ausloten, wie im Rahmen bestehender Politiken besser gegen Lebensmittelverschwendung und Lebensmittelverluste angegangen werden kann.
All dies geht aus einem am 17. Jänner 2017 veröffentlichten Bericht des Europäischen Rechnungshofs hervor. Demnach trage die EU "nicht durch eine wirksame Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung zu einer ressourcensparenden Lebensmittelversorgungskette" bei. Das bisherige Vorgehen sei "bruchstückhaft und unzusammenhängend", fasste der Bericht zusammen.
Im Rahmen der Prüfung wurden die Rolle der EU bei der Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung, die bisher ergriffenen Maßnahmen und die Wirkungsweise der verschiedenen politischen Instrumente der EU im Hinblick auf die Verringerung der Lebensmittelverschwendung untersucht. Im Mittelpunkt standen Vermeidungsmaßnahmen und Spenden, da diesen beiden Aspekten bei der Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung die höchste Priorität eingeräumt wird.
Die Kommission wies die Vorwürfe zurück: "Die EU-Kommission hat es sich zur Aufgabe gemacht, die europäischen Bemühungen im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung anzuführen", so ein Sprecher. Ziel sei es, bis 2030 die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln zu halbieren. Auf EU-Ebene gibt es bisher keine gemeinsame Definition von Lebensmittelverschwendung, was weitere Fortschritte erschwere. Deshalb fordert der Rechnungshof die EU-Kommission auf, eine einheitliche Definition zu schaffen. Darüber hinaus verlangte er einen Aktionsplan für die kommenden Jahre und legte der Behörde nahe, verschiedene Strategien besser miteinander zu verknüpfen. Außerdem müssten rechtliche Hindernisse für Spenden von Lebensmitteln ausgeräumt werden.
Lebensmittelverschwendung ist ein weltweites Problem, das in den letzten Jahren verstärkt in den Mittelpunkt der öffentlichen und politischen Diskussion gerückt ist. Lebensmittel sind ein wertvolles Gut und ihre Erzeugung kann sehr ressourcenintensiv sein. Schätzungen zeigen, dass bis zu ein Drittel der Lebensmittel verschwendet wird oder verloren geht und somit sehr hohe umweltbezogene und wirtschaftliche Kosten auf dem Spiel stehen.
17.01.2017 Pressemeldung im Standard
17.01.2017: Pressemeldung Europäischer Rechnungshof