Europäischer Rechnungshof: Sonderbericht über die finanzielle Unterstützung für die Stilllegung von Atomkraftwerken in Bulgarien, Litauen und der Slowakei
Klima & Energie
Finanzierungslücke von rund 2,5 Milliarden Euro.Der Europäische Rechnungshof hat heute einen Sonderbericht über die finanzielle Unterstützung der EU für die Stilllegung von insgesamt acht Atomkraftwerken in Bulgarien, Litauen und der Slowakei veröffentlicht. Die Verpflichtung zur vorzeitigen Stilllegung von acht „nicht nachrüstbaren Kernreaktoren“ war Teil der EU-Beitrittsverhandlungen dieser Länder, die Europäische Union verpflichtete sich im Gegenzug zu einer finanziellen Unterstützung in der Höhe von 2.850 Millionen Euro für den Zeitraum von 1999-2013.
Der Sonderbericht zeigt jetzt auf, dass die Länder die Atomkraftwerke zwar abgeschaltet haben, diese aber noch nicht komplett stillgelegt wurden. Laut Rechnungshof klafft eine Finanzierungslücke von rund 2,5 Milliarden Euro, bevor das Ziel erreicht werden kann.
Der Europäische Rechnungshof kritisiert unter anderem auch das Fehlen von wichtigen Informationen, z. B. über radioaktive Abfälle, oder Verzögerungen und Kostenüberschreitung bei großen Energie-Infrastrukturprojekten, die zum Ausgleich der Folgen der vorzeitigen Abschaltung der Kernreaktoren finanziert wurden.