Exoten als Haustiere: viele werden ausgesetzt und gefährden heimische Arten
Natur & Biodiversität, Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Ausgesetzte Exoten bedrohen Existenz von einheimischen Schlangen, Schildkröten und Echsen.Exotische Haustiere sind eine Modeerscheinung, ihre Haltung hat oft katastophalen Folgen. Die Pflege dieser Tiere ist meist sehr aufwendig und überfordert die Besitzer. Viele dieser Exoten werden deshalb oft einfach wieder ausgesetzt. So wurde vor Kurzem eine Boa auf einer Toilette gefunden, ein verhungerter Leguan in einem Straßengraben, und der Kadaver einer erschlagenen Tigerpython auf einem Parkplatz, berichtet das Magazin Focus in seiner Online-Ausgabe vom 30. März.
Mittlerweile hätte sich eine regelrechte „Wegwerf-Gesellschaft“ entwickelt, schreibt Focus. Das sei Tierquälerei, meint Sandra Altherr von der Tierschutorganisation Pro Wildlife zu Focus, und „bedroht unsere heimische Artenvielfalt“.
Ein Problem ist, dass die Haltung vieler exotischer Tierarten in Deutschland nicht genehmigungspflichtig ist und die Einfuhr der Tiere beim Zoll nur angemeldet werden muß.
Dietrich Jelden, Leiter der Abteilung Artenschutz beim deutschen Bundesamt für Naturschutz, weist daraufhin, dass die Anzahl der importierten exotischen Tiere ansteigt, vor allem die wenig geschützten Schildkröten seien in Deutschland sehr beliebt: „Der Handel mit exotischen Wildtieren muss endlich streng reguliert werden“, fordert Jelden in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.