FAZ: Zehnmal Antibiotika im kurzen Leben einer Pute

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Die Antibiotika-Zugaben für Nutztiere stehen immer mehr im Zentrum der Kritik von VerbraucherInnen und Konsumentenschutzorganisationen. Jetzt gäbe es zum ersten Mal umfangreichere Daten über den wahren Antibiotika-Verbrauch bei Nutztieren, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).

Laut einer neuen Studie des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums und der Tierärztlichen Hochschule Hannover bekommen Mast-Truthähne durchschnittlich fast zehn Behandlungen mit Antibiotika im Lauf ihres kurzen, rund dreimonatigen Lebens. Den Truthähnen werden jeweils zirka 33 Einzelwirkstoffe verabreicht.

Auch für andere niedersächsische Nutztiere liegen jetzt Daten vor, berichtet die FAZ: in 83 Prozent der untersuchten Hühnermastställe, in 92 Prozent der Putenställe und in 59 Prozent der Schweineställe sei es regelmäßig zum Antibiotikaeinsatz gekommen.

Auch ein missbräuchlicher Einsatz von Antibiotika kann laut StudienautorInnen nicht ausgeschlossen werden, berichtet die FAZ. In Niedersachsen gibt es Massentierfabriken mit rund 40 Millionen Hühnern und Truthähnen sowie mehr als 10.000 Schweinebauern mit rund 5,5 Millionen Tieren, berichtet die FAZ. Das sei rund die Hälfte der deutschen Bestände.

FAZ-Artikel: Zehnmal Antibiotika in dreimonatigem Leben