FERN: Zahlreiche Kritikpunkte zu Anti-Entwaldungsgesetz

In ihrer Analyse des Mitte November vorgelegten Verordnungsvorschlag für entwaldungsfreie Produkte zeigt die Waldschutzorganisation FERN Ausführungen zu den positiven Punkten, verbesserungsbedürftigen Inhalten und ganz klar als negativ bezeichneten Bestandteilen.

Positiv bewertet FERN stärkere Durchsetzungsmechanismen als bei der EU-Holzverordnung. Zudem baut die Verordnung auf anderen wichtigen Instrumenten wie Forest Law Enforcement, Governance and Trade (FLEGT) zur Gewährleistung der Legalität von Holz auf. Begrüßenswert sei, die Zertifizierung von Holz als einen Teil einer Risikobewertung zu nutzen. Erforderlich sei allerdings eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Lieferkette.

FERN: Verordnungsvorschlag enthalte problematische Definitionen

Der Verordnungsvorschlag enthalte nach Ansicht von FERN jedoch problematische Definitionen. So gebe es Ausnahmen für einige Unternehmen, einschließlich des Finanzsektors. Auch werde nur eine begrenzte Anzahl von Rohstoffen abgedeckt, und die Länderrisikobewertung sei unklar und unvollständig. Die Vision für Partnerschaften sei nur vage. Es fehlten Handlungsanreize und Unterstützung für lokale Gruppen, ein Fahrplan für die im Lande durchzuführenden Veränderungen sowie dessen Entwicklung im Rahmen von Multi-Stakeholder-Prozessen. Schließlich seien die Umsetzungsfristen zu lange.

FERN kritisiert, dass die Verordnung nur darauf abziele, die EU-Lieferketten zu bereinigen. Weiters negativ beurteilt FERN die fehlende Berücksichtigung internationaler Standards für gewohnheitsrechtliche Eigentumsrechte. Außerdem betreffe die Einbeziehung von Ökosystemen lediglich einen begrenzten Geltungsbereich. Weiters fehle der Zugang zu Gerichten und Rechtssicherheit sowie eine hinreichende Unterstützung und Begleitmaßnahmen für kleinbäuerliche Betriebe.

FERN: EU Regulation on deforestation-free products: What’s in the new proposal and what does it mean
DNR: FERN-Analyse des Anti-Entwaldungsgesetzes