Finanzielle Kosten der Treibhausgas-Emissionen viel höher als bisher angenommen.

Klima & Energie

Eine neue Studie errechnet bis zu vierzig Mal höhere Kosten für die USA als bisher offiziell angenommen wurde.

Die sogenannten „gesellschaftlichen Kosten der Treibhausgas-Emissionen“ (‚social costs of carbon emissions‘) müssen in den USA für viele Gesetze und Maßnahmen berücksichtigt werden und auch auf die Klimapolitik der USA haben sie große Auswirkungen. Die Höhe dieser Kosten ist deshalb sehr wichtig. Zur Zeit betragen sie offiziell 21 Dollar pro Tonne. Die USA (und viele andere Länder) versuchen damit eine Kosten-Profit-Analyse: was kostet die Reduktion von Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu den Schäden, die durch diese Emissionen angerichtet werden? Wenn die Summe nicht sehr hoch ist, hat das große Auswirkungen auf die Gesetzgebung. Je geringer die Summe, desto lockerer die Gesetze und desto schwächer die Umweltschutzmaßnahmen, die ergriffen werden.

Eine neue Studie zeigt jetzt auf, dass die USA die Kosten viel zu gering ansetzen: die wahren Kosten für eine Tonne an Schadstoff-Emissionen betragen knapp 900 Dollar - rund vierzig Mal so viel wie die offizielle Summe.

Die Studie „Climate Risks and Carbon Prices: Revising the Social Cost of Carbon“ wurde vom „Economics for Equity and the Environment Network“ (E3 Network) verfasst, einem Zusammenschluss von rund 200 Ökonomen.

Gleichzeitig mit der E3 Network-Studie veröffentlichten das World Resources Institute (WIR) und das Environmental Law Institute eine gemeinsame Studie, welche die Ergebnisse des E3 Networks bekräftigen.
Beide Studien stehen online als Download zur Verfügung.

E3 Network: Climate Risks and Carbon Prices: Revising the Social Cost of Carbon. (en)
E3 Network Presseaussendung (en)
Fact Sheet Social Cost of Carbon (en, pdf)
WRI: More than Meets the Eye: The Social Cost of Carbon in U.S. Climate Policy, in Plain English (en)