Flucht aufgrund von Naturkatastrophen: die soziale Frage der Klimakrise

Extremwetterereignisse wie Hurrikans oder Starkregen, aber auch Dürren und Versalzungen der Böden sind viel diskutierte Folgen der bevorstehenden Klimaveränderungen. Der daraus resultierende Verlust vieler Menschen ihrer natürlicher Lebensgrundlage, sei es das Haus oder der fruchtbare Boden, hingegen, wird derzeit eher sekundär betrachtet. Die Klimakatastrophe zwingt viele Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat. Diesem Thema widmete sich letzten Montag im Radiokulturhaus eine Diskussion von VertreterInnen der Wissenschaft (Universität für Bodenkultur, Zentralanstalt für Metereologie und Geodynamik), der erneuerbaren Energien, von Global 2000, Amnesty International und Diakonie.

Laut Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) erhöhte sich in den letzten 40 Jahren die Gefahr von Naturkatastrophen betroffen zu sein um 60%. Für die Diskutierenden ist klar, dass nur durch eine konsequente Bekämpfung der Klimaerhitzung die schlimmsten Folgen vermindert werden können. „Das Thema der umwelt- und klimabedingten Migration wird in Zukunft immer bedeutender werden. Ohne rasche Klimaschutzmaßnahmen werden in den kommenden 30 bis 40 Jahren die Lebensbedingungen im gesamten Mittelmeerraum und in Afrika südlich der Sahara immer schlechter werden, so auch Gerhard Wotawa, Meteorologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und Obmann des Climate Change Centre Austria (CCCA).

Fazit: es benötigt einen sofortigen Ersatz der fossilen Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas, die zentralen Verursacher der Treibhausgase, durch erneuerbare Energien. Derzeit gibt Österreich noch jährlich neun bis zehn Milliarden Euro für fossile Brennstoffe aus, die häufig in Staaten mit andauernden Konflikten wie Libyen landen. „Je schneller wir den Umstieg auf eine CO2-freie Gesellschaft schaffen, desto mehr helfen wir auch mit, dass die Klimaflucht nicht noch weiter zunimmt und viele Menschen ihr Zuhause nicht verlassen müssen. Österreich muss daher auch andere Regionen der Erde auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien mit Technologien, Know-how Aufbau und Finanzierung verstärkt unterstützen.“ so Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

 

IG Windkraft: Podiumsdiskussion: Klimaflucht durch Klimawandel

Standard: Mehr Naturkatastrophen verstärken Strom an Klimaflüchtlingen