Frankreich startet Programm zur Pestizidreduktion
Hersteller von Schädlingsbekämpfungsmitteln sollen bald einen Anreiz bekommen, weniger Ackergifte an französische Landwirte zu verkaufen. Das sieht ein Programm der Regierung in Paris vor, das den Einsatz von Pestiziden eindämmen soll.
Das fünfjährige Pilotprojekt beginnt im Juli 2016 und soll dazu beitragen, dass umstrittene Chemikalien wie Glyphosat deutlich seltener verwendet werden. Konzerne, die Pflanzenschutzmittel vertreiben, erhalten ein Pestizidreduktionszertifikat (CEPP), wenn sie Landwirte dazu bringen, statt auf Pestizide auf biologische Schädlingsbekämpfung oder auf maschinelles Jäten zu setzen. Zwischen Juli 2016 und Dezember 2021 sollen Firmen eine ihrem Absatz angemessene Anzahl von Zertifikaten erlangen. Erreichen sie dieses Ziel nicht, müssen sie für jedes nicht erteilte Zertifikat fünf Euro Strafe zahlen. Das französische Landwirtschaftsministerium wird die Daten in fünf Jahren veröffentlichen. Die Auswertung des Programms soll 2022 erfolgen.
In der EU ist das am häufigsten eingesetzte Pestizid Glyphosat seit Langem umstritten. Im März erstatteten sechs Umweltorganisationen aus fünf europäischen Ländern (Global 2000, Natur et Progrès Belgique, Générations Futures, PAN UK, PAN Europe und Wemove.EU) Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen im Genehmigungsprozess von Glyphosat wegen deren Leugnung der krebserregenden Wirkung des Wirkstoffs.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Deutschland und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) setzen sich für die Wiederzulassung von Glyphosat ein, weil sie der Bewertung des Wirkstoff als "nicht krebserregend" durch die Weltgesundheitsorganisation WHO nicht folgen. Voraussichtlich am 18. oder 19. Mai 2016 sollen die EU-Mitgliedstaaten über die Wiederzulassung von Glyphosat abstimmen. [Quelle, DNR]
Quelle, DNR: Frankreich startet Programm zur Pestizidreduktion
Pestizid-Pilotprojekt französisches Landwirtschaftsministerium (Französisch)
PAN Germany Glyphosatklage