Frankreich verzichtet auf langjährig geplanten Bau eines Großflughafens

25. Jän 18

Das Vorhaben den Großflughafen Notre-Dame-des-Landes bei Nantes zu bauen wurde nun von der französischen Regierung abgesagt. Der Konflikt sei unlösbar geworden, sagte Premierminister Edouard Philippe zur Begründung und habe zur Spaltung der Gesellschaft geführt. Seit mehr als vier Jahrzenten dauerte der Konflikt inzwischen an.


In den 1970er Jahren fiel die Entscheidung, nördlich von Nantes einen Riesenflughafen als zentrales Drehkreuz für Westfrankreich und die Bretagne zu bauen. Auf einem 16 Quadratkilometer großen Gebiet wurde eine "Zone d'Aménagement Différee" (ZAD, „Sonderentwicklungsgebiet“) und den LandwirtInnen und AnwohnerInnen das Land entzogen. Gemeinsam mit dem Widerstand der BäuerInnen besetzten AktivistInnen das Land und erklärten es zur „zone à défendre" (ZAD, „Verteidigungszone“). In dieser Zone lagen nicht nur fruchtbare, landwirtschaftliche Flächen, sondern auch ein Feuchtgebiet, das für die Artenvielfalt und den Klimaschutz eine enorme Bedeutung hat.


Premierminister Edouard Philippe fügte der Entscheidung hinzu, dass das „vor 50 Jahren gestartete, mehrfach modifizierte, dann aufgegebene und neu lancierte Projekt“ nicht den heutigen Erwartungen und Anforderungen des französischen Westens und dessen Wunsch auf wirtschaftliche Entwicklung entspräche. Allerdings, so kündigte er an, sollen die besetzten Gebiete bis zum Frühjahr geräumt werden.


Von anderen BürgerInnenbewegungen gegen Großprojekte gab es Glückwünsche über Social-Media-Kanäle. Auch die globalisierungskritische Aktivistin und Journalistin Naomi Klein nannte die Entscheidung gegen den Flughafen "einen großen Erfolg für Graswurzelbewegungen".

 

Klimaretter.info