Frankreich will EU-weiten Anbaustopp für Genmais

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Die französische Regierung hat die EU-Kommission aufgefordert, die Zulassung des gentechnisch veränderten Maises MON 810 aufzuheben. Das Landwirtschaftsministerium in Paris begründet den Vorstoß mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Demnach ist MON 810 riskanter für die Umwelt als bisher angenommen.

Frankreich bezieht sich auf ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von Ende 2011. Darin sind die Risiken aufgeführt, die der Bt11-Mais für die Umwelt birgt. Die Erkenntnisse ließen sich auf den MON 810 übertragen, hieß es im französischen Agrarministerium. Derzeit wird geprüft, ob der Genmais, der als Futtermittel zugelassen ist, erneut eine Aussaatgenehmigung erhält. Frankreich hatte 2008 den Anbau von MON 810 verboten, die Entscheidung wurde jedoch im vergangenen Jahr vom obersten Verwaltungsgericht des Landes aufgehoben, weil das Verbot auf Grund einer falschen Rechtsgrundlage erteilt worden sei. Die Regierung hatte daraufhin angekündigt, den Anbau dennoch weiter zu verbieten und die Möglichkeiten für ein anhaltendes Verbot zu prüfen. Sie fordert von der EU-Kommission, MON 810 vollständig neu zu bewerten und verbindliche Anbauregeln zu definieren. [DNR]

DNR: Frankreich will EU-weiten Anbaustopp für Genmais
Französisches Agrarministerium zu MON810 (Französisch)
Infodienst Gentechnik über Genmais