Führt die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko zu strengeren Umweltschutzbestimmungen für Ölförderungen im Kaspischen Meer?

Politiker der Region haben sich auf ein gemeinsames Abkommen zum Schutz der maritimen Umwelt des Kaspischen Meeres geeinigt – Umweltschützer sind skeptisch.

Die Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres - Aserbaidschan, Iran, Kasachstan, Russland und Turkmenistan - haben eine Rahmenkonvention für den Schutz der maritimen Umwelt unterzeichnet mit dem Ziel Umweltprobleme gemeinsam zu bekämpfen.

Kate Watter von der amerikanischen NGO „Crude Accountability“ ist jedoch skeptisch und spricht von „einem bedeutungslosen Dokument“. „Crude Accountability“ unterstützt lokale Aktivisten und Bürgerinitiativen die sich für den Schutz des Kaspischen Beckens engagieren.

In der Region gibt es riesige Erdöl- und Erdgasvorkommen, Umweltschützer befürchten bei der Umsetzung geplanter Förderprojekte katastrophale Umweltauswirkungen. Die Explosion einer Ölplattform von BP im Golf von Mexiko dürfte die Politiker der Region zumindest zum Nachdenken bewegen. So hat der aserbaidschanische Politiker Mais Gulaliyev dazu aufgerufen sich Maßnahmen zu überlegen, um einen derartigen Vorfall zu verhindern.

„Der Zwischenfall im Golf von Mexiko hat gezeigt, dass solche Katastrophen überall passieren können. Selbst die USA mit ihren hypermodernen Technologien war kaum in der Lage das Desaster zu stoppen, die Umweltschäden in einem Land wie Aserbaidschan wären ungleich größer“, so der Parteichef der aserbaidschanischen Grünen. Der kasachische Premierminister kündigte sogar an, alle bestehenden Ölplattformen, auf ihre Umweltauswirkungen hin zu prüfen und das russische Parlament hat sich kürzlich für ein Gesetz zur Eindämmung negativer Umweltauswirkungen von Ölplattformen ausgesprochen.

Weitere Informationen (en)
Website „Crude Accountability“: