Fukushima: Japanische BürgerInnen messen Radioaktivität in Tokyo

Klima & Energie

Private Bürgerinitiativen weisen radioaktive „Hot Spots“ in Tokyo und anderen japanischen Städten, in großer Entfernung von Fukushima, nach.

Die japanische Regierung will 10.000 Gratisflüge verschenken, um internationale Touristen wieder ins Land zu locken. Die Aussage ist klar: Japan ist sicher, der Reaktorunfall von Fukushima stellt für BesucherInnen keine Gefahr dar.

Aber selbst die japanische Bevölkerung scheint diese Aussagen nicht zu glauben. Immer mehr BürgerInnen nehmen eigene Messungen von Radioaktivität in ihrer Umgebung vor, berichtet die New York Times (NYT). Die Ergebnisse schockieren, da teilweise sehr hohe Radioaktivität auch in großer Entfernung von Fukushima nachgewiesen wird. In Tokyo und noch weiter entfernteren Gegenden wurden bisher rund 20 „hot spots“ gefunden. Die Strahlung ist teilweise so hoch, dass sie in Tschernobyl zur Evakuierung geführt hätte und Zellen schädigen sowie Krebs auslösen kann, berichtet die New York Times.

Die japanischen BürgerInnen kritisieren auch die Regierung, die laut NYT nur Messungen in der Luft, nicht aber am Boden durchführt.

NYT: Citizens’ Testing Finds 20 Hot Spots Around Tokyo (en)
Spiegel: Japan will 10.000 Gratisflüge an Touristen verschenken