Fusionskontrolle: EU-Kommission leitet eingehende Untersuchung der geplanten Übernahme von Syngenta durch ChemChina ein
Die Europäische Kommission hat eine Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob die geplante Übernahme von Syngenta durch ChemChina mit der EU-Fusionskontrollverordnung im Einklang steht. Die Kommission wird prüfen, ob das Vorhaben den Wettbewerb im Bereich der Pflanzenschutzmittel und der Bereitstellung bestimmter dafür benötigter Chemikalien einschränken könnte.
Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte dazu: „Das Vorhaben würde ein führendes Pflanzenschutzunternehmen mit einem der wichtigsten Generikaproduzenten zusammenbringen. Daher müssen wir sorgfältig prüfen, ob der geplante Zusammenschluss für die Landwirte höhere Preise oder eine geringere Auswahl bewirken würde.“
Der geplante Zusammenschluss würde das Schweizer Unternehmen Syngenta, eines der wichtigsten weltweit tätigen Saatgut- und Pflanzenschutzunternehmen, und das chinesische Unternehmen ChemChina zusammenführen. Chemchina kontrolliert Adama, den größten Anbieter generischer Pflanzenschutzmittel in Europa. Das Vorhaben betrifft eine bereits vergleichsweise stark konzentrierte Branche.
Die Produktportfolios von Syngenta und ChemChina (über Adama) überschneiden sich stark im Bereich der Pflanzenschutzmittel, unter anderem Herbizide, Insektizide, Fungizide und Pflanzenwachstumsregulatoren, die beim Anbau einiger der wichtigsten in Europa wachsenden Feldfrüchte zum Einsatz kommen. Dazu zählen Getreide, Baumwolle, Mais, Obst und Gemüse, Raps, Soja, Zuckerrüben und Sonnenblumen.
Die anfängliche Untersuchung der Kommission ergab vorläufige Bedenken in Bezug auf eine Reihe dieser Märkte für Pflanzenschutzmittel. Neben den Märkten für Pflanzenschutzmittel wird im Rahmen der eingehenden Prüfung auch untersucht werden, ob der Zusammenschluss die Belieferung mit Wirkstoffen durch Syngenta und ChemChina negativ beeinflussen könnte. Diese Wirkstoffe sind für andere Hersteller wichtige chemische Ausgangsstoffe zur Erzeugung von Pflanzenschutzmitteln.
Am 23. September 2016 wurde das Vorhaben bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet. Die Kommission verfügt nun über 90 Arbeitstage, bis zum 15. März 2017, um einen Beschluss zu erlassen. Die Einleitung eines eingehenden Prüfverfahrens greift dem Ergebnis der Untersuchung nicht vor.
Syngenta ist ein globales Agrochemie- und Saatgutunternehmen mit Sitz in der Schweiz. Syngenta produziert und verkauft Pflanzenschutzmittel, Saatgut sowie Rasen- und Gartenprodukte. Es ist weltweit in Forschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung einer großen Bandbreite an Pflanzenschutzmitteln und Saatgut tätig. ChemChina ist ein in chinesischem Staatseigentum stehendes diversifiziertes Unternehmen, das über seine Agrochemiesparte China National Agrochemical Corporation (CNAC) und seine hundertprozentige Tochtergesellschaft Adama Agricultural Solutions (Adama) im Bereich Agrochemie tätig ist. CNAC produziert und verkauft Chemikalien vorwiegend außerhalb des EWR. Adama ist ein israelisches Unternehmen, das in erster Linie weltweit in Herstellung und Vertrieb von patentfreien Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln tätig ist. Es verkauft auch Wirkstoffe an andere Hersteller von Pflanzenschutzmitteln.
EU-Kommission Pressemitteilung