Gazprom versucht Nabucco-Projekt zu torpedieren

Klima & Energie

Der russische Gasriese Gazprom versucht den eigentlich am Nabocco-Projekt beteiligten deutschen Energiekonzern RWE für sein eigenes Pipelineprojekt South Stream abzuwerben.
Gazprom bietet RWE eine Beteiligung an der eigenen Pipeline South Stream an, obwohl der deutsche Versorger eigentlich hinter dem konkurrierenden Projekt Nabucco steht. Die Russische Republik möchte Nabucco torpedieren und so einen eigenen Machtverlust verhindern. Für den weltgrößten Gaskonzern ist die geplante Leitung seit langem ein Ärgernis, denn sie soll Gas von Konkurrenten aus dem kaspischen Raum durch Südosteuropa nach Westen bringen und Europa so unabhängiger von Importen aus Russland machen.

Russland hat derzeit einen großen Teil des europäischen Gasmarktes im Griff und da die Förderung in der Nordsee sinkt, dürfte die Abhängigkeit weiter steigen. Das Angebot wurde von mehreren mit den Gesprächen vertrauten Personen bestätigt. Offiziell halten sich die Unternehmen jedoch bedeckt. Sollte RWE auf das Angebot eingehen, würden die Chancen von Nabucco gegen Null sinken. Der Konzern zögert aber noch, denn die Offerte an RWE kommen in einer für Nabucco kritischen Phase. „Wir brauchen bis Ende des Jahres Klarheit über Gaslieferungen“, betont RWE-Manager Judisch, „dann wollen wir eine Grundsatzentscheidung treffen.“ Die am Nabocco-Projekt beteiligten Länder versuchen seit Jahren mit Ländern wie Turkmenistan, Aserbaidschan oder dem Irak Lieferverträge abzuschließen. Ohne fixe Lieferverträge steht das Projekt vor dem Aus.

Das Nabucco-Pipelineprojekt soll Europa unabhängiger von russischem Gas machen. Die Leitung ist von der Osttürkei aus über eine Länge von 3.300 Kilometer über Bulgarien, Rumänien, Ungarn nach Österreich geplant. In der ersten Ausbaustufe, die 2014/15 fertig sein soll, sollen rund acht Milliarden Kubikmeter Gas fließen, bis 2020 dann 31 Milliarden Kubikmeter.

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