Gefälschte Sicherheitsberichte für Metallteile in französischen Atomkraftwerken

Energie

Die französische Nuklearsicherheits-Aufsichtsbehörde ASN hat am 20. April 2016 eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der die Öffentlichkeit davon informiert wird, dass ein französisches Labor die Inspektionsberichte für metallurgische Analysen gefälscht hat. Auch Teile, die in Atomkraftwerken verwendet werden, sind davon betroffen.

Das Labor hat nach Angaben der ASN die Nuklearsicherheitsbehörde bereits im Jänner selbst davon informiert, dass Berichte über Materialanalysen in dem Labor gefälscht wurden. Berichte, die an Kunden weitergeleitet wurden, weisen andere Schlussfolgerungen über die Metallanalysen auf als interne Berichte. Bestimmte Materialien müssen bestimme Qualitätsanforderungen erfüllen, und in einigen Fällen erreichten die getesteten Materialien diese Standards nicht, informiert die ASN.

Bei den betroffenen Materialien soll es sich um rund 400 Metallteile handeln, die von dem Atomkonzern Areva in dem Stahlwerk Creusot hergestellt wurden, informiert orf.at. Die Unregelmäßigkeiten sollen bis ins Jahr 1965 zurückreichen, rund 50 Metallteile sollen auch heute noch in aktiven Atomreaktoren eingebaut sein. Die Fälschungen der Berichte seien entdeckt worden, nachdem letztes Jahr bei dem sich im Bau befindlichen Atomkraftwerk in Flamanville Schwachstellen im Reaktordruckbehälter festgestellt wurden, berichtet orf.at.

orf.at: Auffälligkeiten bei Teilen in französischen AKW entdeckt
ASN-Presseinformation (Englisch)