„Gentechnik light“ – Basteleien am Pflanzen-Zellkern
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„Gentechnik light“ nennt der Journalist Leo Frühschütz seinen Artikel über „Basteleien am Zellkern“ für die Zeitschrift „Schrot & Korn“. Diese Manipulationen am Zellkern müssen nicht immer deklariert werden, schreibt Frühschütz. „Und das Ergebnis landet dann auf unseren Tellern“. Auch Bio-Gemüse kann davon betroffen sein.Konkret geht es um das Verfahren der sogenannten Cytoplastenfusion. Dabei „wird eine intakte Zelle mit einer zweiten, ausgehöhlten Zelle verschmolzen, die nur noch das Erbgut für eine bestimmte Eigenschaft enthält. Dadurch lässt sich in eine Pflanze eine artfremde Eigenschaft im Labor einkreuzen. Mit dieser Methode haben große Züchtungsunternehmen vor allem in Kohlgewächse und Chicorée eine Eigenschaft eingekreuzt, die natürlicherweise bei japanischem Rettich oder Sonnenblumen vorkommt, die männliche Pollensterilität.“
Der deutsche Bio-Dachverband BÖLW kritisiert diese Methode, denn diese Technik sei „so weit von den natürlichen Vorgängen der Kreuzung entfernt, dass sie als unvereinbar mit den Prinzipien des ökologischen Landbaus angesehen wird“. Mehrere Anbauverbände – darunter Demeter, Naturland und Bioland – hätten demnach ihren Gärtner verboten, mit Cytoplastenfusion manipuliertes Saatgut einzusetzen, schreibt Frühschütz. Die EU-Öko-Verordnung würde diese Methode allerdings nicht verbieten, weshalb auch Bio-Gemüse nicht sicher davor ist. „Denn dort ist nur ausgeschlossen, was die EU als Gentechnik definiert, und die Cytoplastenfusion gehört nicht dazu“.