Genügend Platz auf See für Offshore-Windenergie, Fischerei und Meeresschutz
Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass der Platzbedarf der EU zur Erreichung der Offshore-Windkraftziele minimal ist und bis 2030 lediglich 0,19 % der EU-Meere einnehmen wird, wobei dieser Anteil bis 2040 auf nur 0,58 % ansteigen wird. Damit bleibt der überwiegende Teil der Meeresgebiete für den Meeresschutz, die Fischerei und andere Nutzungen verfügbar. Die EU steht unter zunehmendem Druck, die Offshore-Windenergie rasch auszubauen, um die Klimaziele zu erreichen und die Abhängigkeit von schwankenden Importen fossiler Brennstoffe zu verringern. Allerdings verlaufen die Fortschritte langsamer als erwartet. Gleichzeitig nehmen die Spannungen auf See zu, da Teile des Fischereisektors Bedenken äußern, dass die Offshore-Windenergie andere Aktivitäten verdrängt. Diese neue Analyse zeigt, dass diese Bedenken übertrieben sind. Nur vier Mitgliedstaaten werden bis 2040 mehr als 5 % ihrer Meeresfläche für die Offshore-Windenergie benötigen, was zeigt, dass die Behauptungen von Teilen der Fischereiindustrie, es mangele an Platz auf See für alle Nutzer, nicht der Offshore-Windenergie oder dem Meeresschutz zugeschrieben werden können.
Anstelle eines Platzmangels identifiziert der Bericht eine schwache Raumplanung und eine fragmentierte Entscheidungsfindung als das Kernproblem hinter Verzögerungen und Konflikten. Um dem entgegenzuwirken, fordert der WWF, dass strategische Umweltprüfungen verbindlich werden und dass EU-weite Sensitivitätskartierungen systematisch in diese integriert werden. Dieser Ansatz nutzt Umweltdaten, um sowohl die artenreichsten Gebiete, die geschützt werden müssen, als auch die Gebiete zu identifizieren, in denen eine Entwicklung mit den geringsten Auswirkungen stattfinden kann.
Die Verankerung dieser verstärkten strategischen Umweltprüfungen in der Richtlinie zur maritimen Raumplanung würde es den Mitgliedstaaten ermöglichen, die am wenigsten sensiblen Gebiete zu identifizieren und diese für Offshore-Windenergie sowie andere Aktivitäten vorzusehen, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass die wertvollsten Gebiete für den Meeresschutz reserviert bleiben, damit die EU ihr 30-Prozent-Ziel erreichen kann. Davon profitieren auch die Fischer, da ordnungsgemäß verwaltete Meeresschutzgebiete zur Erholung der Fischbestände beitragen, sodass diese effektiver wachsen und sich vermehren können.
Diese frühzeitige strategische Planung könnte Offshore-Windkraftprojekte straffen und langwierige Genehmigungsverfahren sowie Widerstände, die das Risiko von Verzögerungen beim Ausbau bergen, verringern, ohne dabei die Umweltschutzmaßnahmen zu schwächen und unter Beibehaltung der Umweltverträglichkeitsprüfungen als zentrales Instrument.
Enough space at sea for offshore wind, fisheries and marine protection