Geschäft mit Tierversuchen

Der Streit zwischen dem Europäischen Patentamt (EPA), der US-Firma Intrexon und verschiedenen Verbänden geht weiter. Die Firma Intrexon beansprucht Patente auf gentechnisch veränderte Tiere als Erfindung, unter anderem Patente auf Schimpansen.

Die beschwerdeführenden Verbände argumentieren, dass durch die Erteilung solcher Patente durch das EPA ein wirtschaftlicher Anreiz für unnötige Tierversuche entstehe. 
Das Europäische Patentamt hatte 2015 zwar festgestellt, dass die Patente von Intrexon keinen medizinischen Nutzen haben, wollen diese aber dennoch nicht widerrufen. Die Sammeleinsprüche gegen die Erteilung der Patente EP1572862 und EP1456346 wurden abgelehnt. Daher streben die Beschwerdeführer nun eine Grundsatzentscheidung an. 
„Gegen die seit Jahren stark steigende Zahl der gentechnisch veränderten Tiere für Versuche müssen endlich effektive Maßnahmen ergriffen werden. Patente auf Versuchstiere zu verbieten, die rein wirtschaftlichen Zwecken dienen, wäre ein wichtiger erster Schritt“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Da ist vor allem die Politik gefragt.“ 


Bisher wurden bereits über 1.500 Patente vom Europäischen Patentamt erteilt, 5.000 weitere sind angemeldet. „Patentamt und Patentinhaber machen Tierversuche gemeinsam zu einem unmoralischen Geschäft“, so Christoph Then von Testbiotech.
Gegen das Vorgehen der Firma Intrexon, die auch in der Landwirtschaft und Pharmaforschung aktiv ist, hat sich ein breites Bündnis gebildet [Quelle, DNR]

Quelle, DNR: Geschäft mit Tierversuchen
Pressemitteilung Testbiotech