Geschäftsstrategie: Multis mit Scheuklappen
Klima & Energie
Die Großkonzerne wollen weiterhin lieber kurzfristig Gewinne machen, als sich um Klima, Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte zu kümmern, schreibt Joachim Wille in seinem Beitrag für die Internet-Plattform „Klimaretter“.Ein neues Ranking der Münchner Nachhaltigkeits-Ratingagentur Oekom-Research, das rund 1.800 internationale börsennotierte Konzerne auf ihr Umwelt- und Sozialbewusstsein getestet hat, kommt zu dem Schluss, dass die Großkonzerne weiterhin kurzsichtig agieren. Dass sie sich so langfristig auch Chancen im Geschäft verbauen, würden die Multis wohl nicht sehen, schreibt Wille.
Unter dem Strich gibt es laut Oekom Research keinen Anlass, zufrieden zu sein. "Wir sehen in den weltweit größten Unternehmen zu wenige und zu kleine Schritte in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise", sagt Agentur-Vorstand Matthias Bönning. Tatsächlich würde nur rund jedes sechste Unternehmen (16,8 Prozent) die Mindestanforderungen erfüllen, informiert Wille. Im Vergleich zu 2012 liegt der Anteil nur um 0,1 Prozent höher. Es gibt sogar eine Rückwärtsbewegung: Der Anteil der Unternehmen, die eine schlechte Nachhaltigkeitsleistung zeigen, stieg von 52,3 auf 53,1 Prozent.
Die deutschen Firmen Adidas, Deutsche Telekom oder Linde sind die Ranking-Sieger in ihren Branchen, im Ländervergleich des Rankings liegen die deutschen Konzerne hinter denen aus Finnland auf dem zweiten Platz. Gut 64 Prozent der bewerteten finnischen Großunternehmen erfüllen die von der Agentur definierten branchenspezifischen Mindestanforderungen für das Nachhaltigkeits-Management.
Klimaretter: Geschäftsstrategie: Multis mit Scheuklappen
Oekom – Corporate Responsibility Review 2014 - kompakt