Global 2000: 67 Milliarden Euro als Hebel für Umwelt- und Klimaschutz
Bund, Länder, Gemeinden und öffentliche Unternehmen geben jährlich rund 67 Milliarden Euro für Waren, Dienstleistungen und Bauprojekte aus. Eine INTEGRAL-Umfrage unter 1.000 Personen im Auftrag von GLOBAL 2000 und der Plattform Anders Handeln zeigt, dass die Bevölkerung diese Marktmacht stärker für Umwelt- und Klimaschutz genutzt sehen möchte.
Neun von zehn Befragten bewerten eine möglichst geringe Umweltbelastung bei Herstellung, Nutzung und Entsorgung als wichtiges Kriterium für öffentliche Aufträge. Für 52 Prozent ist dieser Aspekt sogar sehr wichtig. 77 Prozent sprechen sich dafür aus, ökologische Kriterien bei öffentlichen Vergaben verpflichtend zu prüfen und zu berücksichtigen.
EU plant Reform des Vergaberechts
Die Ergebnisse fallen mit den aktuellen Diskussionen über eine Reform der europäischen Vergaberegeln zusammen. GLOBAL 2000 fordert, Umwelt- und Klimaschutz sowie soziale Standards künftig verbindlicher in öffentlichen Ausschreibungen zu verankern. Angesichts eines jährlichen Beschaffungsvolumens von rund 15 bis 18 Prozent des österreichischen BIP könne die öffentliche Hand damit erhebliche Lenkungswirkung entfalten.
Kreislaufwirtschaft stärker berücksichtigen
Neben Klimaschutz sieht GLOBAL 2000 auch in der Kreislaufwirtschaft einen zentralen Ansatzpunkt. Öffentliche Auftraggeber könnten durch langlebige, reparierbare, ressourcenschonende und kreislauffähige Produkte Nachfrage schaffen und damit nachhaltigere Produktionsweisen fördern.
EU-weit umfasst die öffentliche Beschaffung rund zwei Billionen Euro jährlich. GLOBAL 2000 appelliert daher an die österreichische Bundesregierung, sich bei der Reform des Vergaberechts für verbindliche Umwelt- und Sozialstandards einzusetzen und die öffentliche Beschaffung gezielt als Instrument für eine umwelt- und klimaverträgliche Wirtschaft zu nutzen.