GLOBAL 2000: Kyoto-Protokoll nur noch symbolische Geste für Klimaschutz

Klima & Energie

Nach Abschluss der 18. Klimakonferenz in Doha, Katar, zeigen sich die internationalen Umweltschutzorganisationen enttäuscht.

"Blockiererstaaten wie Polen haben gewonnen, Klimaschutz und die Entwicklungsländer sind die klaren Verlierer. Wir sind nach wie vor auf einem Pfad zu einer um vier Grad wärmeren Welt, die zunehmende Dürren, Katastrophen und Millionen Klimaflüchtlinge bedeuten würde", kritisiert Johannes Wahlmüller von Global 2000.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt sich enttäuscht. „Die wachsweichen Beschlüsse der Konferenz leisten keinen Beitrag, um den globalen Temperaturanstieg zu bremsen", sagte Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender zum Ende des UN-Klimagipfels. „Vage Ankündigungen und die Bereitstellung viel zu geringer finanzieller Mittel reichen nicht aus, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu halten. Das Zögern der Staatengemeinschaft macht die Überschwemmung von Küstenstädten und kleinen Inselstaaten immer wahrscheinlicher. Schon in wenigen Jahren könnten Hunderttausende Menschen ihre Heimat verlieren. Daran trägt die EU eine große Mitschuld, indem sie sich von Polen in Geiselhaft nehmen ließ und höhere Klimaschutzziele verweigerte", sagt Weiger.

Hauptergebnis der Doha-Konferenz ist die Unterzeichnung einer zweiten Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll, dem neben der EU auch Australien, Norwegen und die Schweiz beitraten. "Die EU hat mit der Unterzeichnung der zweiten Verpflichtungsperiode von Kyoto lediglich eine symbolische Geste gesetzt, denn ohne ambitioniertere Ziele wird keine einzige zusätzliche Tonne CO2 eingespart. Zudem hat sich Polen gegen 26 EU-Länder durchgesetzt und eine klare Entscheidung zum Verfall von Überschusszertifikaten verhindert", kritisiert Wahlmüller von Global 2000. Hubert Weiger vom BUND stimmt ihm zu. „Die beschlossene zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls enthält zu große Schlupflöcher und zu niedrige Reduktionsziele für Treibhausgase.“ CO2-Emissionsrechte aus der ersten Handelsperiode würden nicht gelöscht, was künftige Klimaschutzbemühungen schwächt. "Das Kyoto-Abkommen ist nur noch eine leere Hülle", sagte der BUND-Vorsitzende.

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BUND: Klimaschutz bleibt in Doha auf der Strecke