Global 2000: Pestizid-Cocktail in Schokolade

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Die österreichische Umweltschutzorganisation hat gemeinsam mit „Südwind“ 21 Eigenmarken-Schokoladen von österreichischen Supermärkten untersucht und diese nach ihrer ökologischen und sozialen Qualität bewertet. In zwölf getesteten Schokoladentafeln und zwölf Osterhasen konnten laut Angaben von Global 2000 Pestizide festgestellt werden, und zwar bis zu vier verschiedene Substanzen in einem einzigen Produkt.

Testsieger wurden der Hase von EZA und die Eigenmarken-Schokolade Spar Natur*pur. Acht der Schoko-Osterhasen und sieben Eigenmarken-Tafeln wurden als sozial und ökologisch bedenklich eingestuft. Grund für diese Einschätzung sind die prekären Umwelt- und Produktionsbedingungen im Kakao-Anbau, so Global 2000. Die genauen Ergebnisse des Schokoladen-Tests stehen auf der Webseite der Umweltschutzorganisation zur Verfügung.

Auch eine Petition wurde gestartet, mit der KonsumentInnen die Supermärkte auffordern können, nur biologische Fair Trade Schokolade zu verkaufen.

„Mehr als die Hälfte der weltweit verfügbaren Kakaobohnen werden in der Elfenbeinküste, in Ghana und in Indonesien produziert. In der Kakao-Produktion werden nach wie vor Pestizide eingesetzt, die in der EU aufgrund ihrer Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt längst verboten sind. Die nachgewiesenen Pestizid-Rückstände in den getesteten Schokoladen deuten auf einen massiven Einsatz von Pestiziden in der Produktion hin – mit enormen negativen Folgen für die Gesundheit der Kakaobauern und -bäuerinnen und die Umwelt.“

Die festgestellten Mengen in den Schokoladentafeln und Osterhasen bergen nach Angaben von Global 2000 zwar keine direkten Gesundheitsrisiken für die KonsumentInnen, einige der Chemikalien (wie zum Beispiel Endosulafn, Chlorpyrifos, Cypermethrin, Deltamethrin und Permethrin) seien allerdings hormonell wirksam und entfalten ihre Wirkung auch in kleinsten Mengen.

Global 2000 Pressemitteilung
Global 2000-Petition für biologische Fair Trade Schokolade