Global 2000: TTIP und CETA begünstigen Gentechnik auf unseren Äckern
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz, Nachhaltigkeit & Wirtschaft (Greenjobs)
„Die sogenannte „Regulatorische Kooperation“ gibt Gentechnik-Konzernen mehr Mitspracherecht“, schreibt die Umweltschutzorganisation Global 2000 in einer Pressemitteilung über die geplanten Handelsabkommen TTIP und CETA.„Der neue Report der Gentechnik-freundlichen internationalen Organisation ISAAA (The International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications, u.a. gesponsert von Monsanto und Bayer) weist für 2014 einen weiteren weltweiten Anstieg für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf.“
Global 2000 Gentechnik-Sprecherin, Heidemarie Porstner, sagt dazu: „Vor allem die USA setzen weiterhin auf den Einsatz von Gentechnologie in der Landwirtschaft. Sie wollen die GV-Pflanzen auch verstärkt nach Europa exportieren. TTIP wird da als willkommener Türöffner gesehen.“
Bisher gilt in der EU eine Risikobewertung auf Basis des sogenannten „Vorsorgeprinzips“, das bedeutet, dass es vor der Zulassung einer neuen GV-Pflanze, sei es für den Import oder den Anbau, eine unabhängige Risikobewertung über die Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt geben muss. „Nach Einschätzung der Agrar-Industrie, sowohl der EU als auch der USA, dauern diese Verfahren zu lange“, schreibt Global 2000. „Sie werden neben anderen Faktoren als „Handelshemmnisse“ betrachtet. Sie fordern eine schnellere Zulassung unter Umgehung des Vorsorgeprinzips.“
In der EU werden laut Angaben von Global 2000 derzeit rund 143.000 Hektar gentechnisch veränderter Mais in fünf Ländern angebaut. Spanien deckt dabei 92 Prozent ab (3 % Rückgang 20 2013). In den USA sei der Anbau laut Global 2000 auch 2014 im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent angestiegen, auf insgesamt 73,1 Millionen Hektar. Auch in Kanada wurde ein Anstieg von knapp sieben Prozent auf 11, 6 Millionen Hektar verzeichnet.
Bei der 8. Verhandlungsrunde zu TTIP Anfang Februar 2015 stand auch das Kapitel der „Regulatorischen Kooperation“ auf der Agenda. „Kommt die Regulatorische Kooperation so, wie sie im aktuell geleakten Dokument vorliegt, bekommen auch Gentechnikkonzerne mehr Mitspracherecht, wenn es um neue Regulierungen und Verfahren für die Zulassung von Gentechnik geht“, kritisiert Global 2000-Sprecherin Porstner. „Das Ziel der Gentechnik-Lobby ist klar: Mehr Gentechnik muss nach Europa importiert werden und die strengen Auflagen sollen fallen. Wie die EU-Kommission das verhindern will, konnte sie uns bisher nicht schlüssig erklären. Wir fürchten, dass die USA Gentechnik nach wie vor als Erfolgsgeschichte verkaufen und kein Verständnis für die kritische Haltung in der EU haben.“