Glyphosateinsatz bleibt bis Ende 2017 erlaubt
Die EU-Kommission hat am 29. Juni 2016 die Lizenz für Glyphosat um 18 Monate verlängert. Am 30. Juni 2016 lief die vorherige Genehmigung aus. Die EU-Mitgliedstaaten konnten sich zum vierten Mal nicht auf eine gemeinsame Position einigen.
Spätestens bis zum Ende der Verlängerungsfrist soll die europäische Chemikalienagentur ECHA eine neue Bewertung des Unkrautvernichtungsmittels vorlegen. Glyphosat gilt nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend, zudem schadet der Giftstoff der Artenvielfalt und dem Boden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sehen allerdings keine Gefahr durch Glyphosat.
Der Beschluss der EU-Kommission ermöglicht es den Mitgliedstaaten, freiwillige nationale Einschränkungen zu erlassen. Allerdings betreffen diese Einschränkungen nur öffentliche Flächen. Der Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Leif Miller, kritisiert die Verlängerung: "Statt sich am Vorsorgeprinzip zu orientieren und bis zum Beweis der Unbedenklichkeit für Gesundheit und Umwelt Glyphosat zu verbieten, haben sich EU-Kommission und die meisten Vertreter der Mitgliedstaaten offenkundig von den Interessen der Agrarindustrie leiten lassen." [ih, Quelle, DNR]
Quelle, DNR: Glyphosateinsatz bleibt bis Ende 2017 erlaubt
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