Greenpeace: EFSA-Report zeigt massive Wissenslücken bei Risiken für Bienen
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Um Bienen und andere bestäubende Insekten, wie Wildbienen oder Hummeln in Europa nachhaltig schützen zu können, müssen massive Wissenslücken geschlossen und verbesserte Risikobewertungen für Pestizide umgesetzt werden. Speziell die Zusammenwirkung einzelner Risikofaktoren für Bienen, beispielsweise Pestizid-Cocktails mit Parasiten oder Krankheiten, wurde in Europa nicht ausreichend untersucht. Zu diesem besorgniserregenden Ergebnis kommt die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einem vergangene Woche veröffentlichten Report.Europaweit wurden 220 Projekte zum Thema Bienengesundheit unter die Lupe genommen, informiert Greenpeace. Die EFSA spricht aufgrund der identifizierten Datenlücken vielseitige Empfehlungen aus. Neben besserer Vernetzung und Koordination von europäischen Forschungsprojekten wird auch dringend vermehrte Forschung zum Zusammenwirken verschiedener Wirkstoffe gefordert. Synergieeffekte von verschiedenen Pestiziden sowie deren Kombination mit Krankheiten oder Parasiten wie der Varroa Milbe sollten in zukünftige Risikobewertungen miteinbezogen werden.
Enorme Wissenslücken zeigen sich auch bei Wildbienen und Hummeln, die ebenfalls eine wichtige Rolle für die Lebensmittelproduktion und Biodiversität spielen. Von 220 Studien, die von der EFSA analysiert wurden, findet sich keine einzige, die Auswirkungen von Pestiziden auf Solitärbienen oder Hummel untersuchte.