Greenpeace: Fisch-Einkaufsratgeber 2011 jetzt erhältlich
Natur & Biodiversität
Die Broschüre hilft KonsumentInnen, die richtige Wahl beim Fischeinkauf zu treffen.Bewußter und seltener Fische essen, nur Fische aus gesunden Beständen kaufen, die mit schonenden Methoden gefangen wurden, und beim Einkauf nach Fischen aus nachhaltiger Herkunft fragen: durch verantwortungsvolles Handeln können KonsumentInnen mithelfen, den Raubbau im Fischfang einzuschränken.
Der aktuelle Fisch-Ratgeber von Greenpeace, der sowohl als Pocket-Version als auch als iPhone-Applikation erhältlich ist, gibt außerdem detaillierte Informationen über die bedrohten Fischarten und hilft den KonsumentInnen dadurch, beim Fischkauf die richtige Entscheidung zu treffen.
Die Umweltschutzorganisation fordert eine vollständige Kennzeichnung der Verpackungen, da das Wissen über die Herkunft und Fangmethode ein wichtiges Instrument für die Kaufentscheidung der KonsumentInnen ist. Eine detaillierte Deklarationspflicht ist zur Zeit noch nicht für alle Fischprodukte vorgeschrieben.
Ein großes Problem im Fischfang ist allerdings der anscheinend weit verbreitete Betrug bei der Kennzeichnungspflicht von Fischprodukten innerhalb der EU. Eine im Jahr 2010 durchgeführte Studie über die Kennzeichnung von Fischen in Irland zeigte, dass rund 25% aller Fische und Fischprodukte falsch gekennzeichnet waren: es wurden andere Fischarten verkauft, als auf den Packungen angegeben waren.
Auch die Zertifizierung von nachhaltigen Fischsorten- und Beständen ist in der EU ein Problem. In Großbritannien wurde zum Beispiel vor Kurzem das Marine Stewardship Council (MSC) stark kritisiert, weil es das Nachhaltigkeits-Label der Organisation sehr großzügig verteilt und auch Fischbestände als „nachhaltig“ kategorisiert, die von vielen WissenschafterInnen als gefährdet angesehen werden.
Ein weiteres Problem ist die EU-Gesetzgebung, die für bestimmte Fischarten Fangquoten festsetzt. Das führt dazu, dass jedes Jahr unzählige Mengen an Fischen sterbend oder tot wieder ins Meer zurückgeworfen werden. Schätzungen zufolge betrug der Anteil der weggeworfenen Fische im Jahr 2004 rund 8 Prozent, das sind zirka 7,3 Millionen Tonnen Fische.
Greenpeace-Fischratgeber 2011
EU-Pressemitteilung: Seafood labelling needs stricter enforcement.(en)
Presseaussendung von EU-Kommissarin Maria Damanaki (en)
Guardian: Sustainable fish customers „duped“ by Marine Stewardship Council.(en)