Greenpeace fordert starkes Lieferkettengesetz

19. Feb 21

Ein Lieferkettengesetz soll Unternehmen gesetzlich verpflichten, entlang der gesamten Lieferkette ökologische und soziale Standards einzuhalten. Denn trotz Selbstverpflichtungen wie Zertifikaten und Labels verletzen große Konzerne weiterhin Menschenrechte und zerstören unsere Umwelt, beklagt die Umweltorganisation. Greenpeace fordert daher die österreichische Regierung auf, sich sowohl für ein nationales als auch ein EU-weites Lieferkettengesetz einzusetzen.

„Greenwashing, leere Versprechen und vermeintlich nachhaltige Zertifikate können die Regenwälder unseres Planeten nicht retten. Wir brauchen endlich starke, konsequente Gesetze - damit keine Produkte mehr in den Supermarktregalen landen, für die Wälder zerstört und Menschenrechte mit den Füßen getreten werden”, sagt Ursula Bittner, Wirtschaftssprecherin bei Greenpeace in Österreich.

Mehr als 400 Unternehmen wie auch Mondelēz, Mars und Nestlé hätten bereits vor zehn Jahren öffentlichkeitswirksam versprochen, bis 2020 entwaldungsfreie Lieferketten sicherzustellen. Doch keines dieser Unternehmen habe dieses Ziel erreicht, beklagt Greenpeace. Im Gegenteil dazu seien seit 2010 weltweit mindestens 50 Millionen Hektar Wald gerodet worden - eine Fläche so groß wie Spanien. Auch global agierende Gütezeichen wie RSPO oder FSC könnten die Zerstörung der Wälder mit ihren zu schwachen oder unzureichend kontrollierbaren Standards nicht eindämmen, so Greenpeace.

Greenpeace: Produkte müssen fair und umweltgerecht hergestellt werden

„Greenpeace setzt sich für ein starkes Waldschutzgesetz ein. Wir brauchen aber auf lange Sicht auch ein Lieferkettengesetz auf nationaler sowie auf EU-Ebene, damit Unternehmen in allen Bereichen verpflichtet werden, ihre Produkte fair und umweltgerecht herzustellen”, erklärt Bittner. „Österreich und die EU müssen endlich aktiv werden und klare Gesetze schaffen, die unsere globalen Wälder und damit auch unser globales Klima wirksam schützen.”

Noch für dieses Jahr plant die Europäische Union Gesetzesentwürfe sowohl für ein Waldschutzgesetz als auch ein Lieferkettengesetz. Mit einem Waldschutzgesetz sollen Produkte, die Rohstoffe wie Soja, Kakao, Palmöl oder Holz enthalten, nicht mehr in der Europäischen Union verkauft werden dürfen, wenn für ihre Produktion Wälder zerstört werden. Aktuell importiert die EU 36 Prozent der weltweit gehandelten landwirtschaftlichen und tierischen Güter, die mit Waldzerstörung in Verbindung stehen.

 

Greenpeace - Pressemitteilung