Greenpeace-Geschäftsführer fordert eine EU der Menschen
In einem Gastkommentar für die Wiener Zeitung fordert Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace in Zentral- und Osteuropa, einen umfassenden Umbau der Europäischen Union. Er will die aktuelle Krise der Union als Chance verstanden wissen, um die EU demokratischer und ökologischer zu machen.
Als Probleme identifiziert Egit unter anderem eine zunehmende Entfernung der EU von den BürgerInnen und politischen Populismus, welcher dazu führe, dass der EU die Verantwortung für Fehlentwicklungen zugeschrieben wird. Aber auch reelle Probleme der Union werden von Egit angesprochen. So unter anderem die Diskussion und die Entwicklungen rund um CETA sowie der Umgang mit dessen KritikerInnen wie Greenpeace und der Regionalregierung der Wallonie. Führende PolitikerInnen wie Jean-Claude Juncker, Angela Merkel, Sigmar Gabriel hätten sich bei diesem Thema nicht neutral verhalten, sondern „wie ein verlängerter Arm der Partikularinteressen multinationaler Konzerne.“
Trotz aller Kritik stellt Egit fest, die EU als „unverzichtbar“ zu sehen – „aus friedenspolitischer, demokratiepolitischer, ökonomischer, sozialer und ökologischer Sicht.“
Als Lösungsansatz skizziert der Greenpeace-Geschäftsführer größere Möglichkeiten zur Partizipation der Bevölkerung. So soll unter anderem die EU-Kommission direkt gewählt werden. Auch die für ihn wichtigsten aktuellen Herausforderungen identifiziert er zum Abschluss seines Kommentars: die Energiewende, die Gestaltung demokratischer und fairer Handelsabkommen sowie eine Lösung der Flüchtlingskrise und die Bekämpfung von Fluchtursachen.