Greenpeace: Hälfte der konventionellen Marillenmarmeladen mit Pestiziden belastet

Greenpeace hat den Test von zwölf verschiedenen Marillenmarmeladen bekannter Marken im Labor in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Immerhin wurden im Zuge des Labor-Tests in vier von acht konventionellen Marmeladen Pilzgifte nachgewiesen. Während demnach alle vier Bio-Produkte unbelastet waren, fanden sich in der Hälfte der konventionellen Marmeladen Rückstände von Pilzgiften.

Diese Pestizide können sowohl für Mensch als auch Tier und Umwelt schädlich sein, warnt die Umweltschutzorganisation. Bei den Pilzgiften handelt es sich um Captan, Boscalid und Fludioxonil. Diese Pestizide werden in der konventionellen Landwirtschaft zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten eingesetzt.

Der gesetzliche Grenzwert für diese Pestizide wurde zwar nicht überschritten, doch gelten sie teilweise als „vermutlich krebserregend“. Für Wasserorganismen sind sie hochtoxisch und für manche Nutzinsekten gefährlich. Deshalb führt Greenpeace die Pestizide auf einer „schwarzen Liste“.

„Das süße Frühstück bekommt jetzt einen bitteren Beigeschmack. Niemand möchte Pestizide im Essen, doch wie unser Test zeigt, ist das bei der konventionellen Marmelade nicht ausgeschlossen”, sagt Natalie Lehner, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich. „Pestizide vergiften unsere Tiere und Pflanzen und schädigen den Boden. Was es braucht, ist ein Ausbau der biologischen Landwirtschaft”, erklärt Lehner. Die größte Auswahl an Bio-Produkten gibt es derzeit bei der Tiroler Supermarktkette MPreis, die Platz 1 beim aktuellen Greenpeace-Marktcheck belegt.

Handlungsbedarf sieht die Umweltschutzorganisation auch in Bezug auf die Herkunftskennzeichnung der Marille. Daher fordert Greenpeace nicht nur mehr Bio im Supermarktregal, sondern auch eine klare gesetzliche Regelung bei der Kennzeichnung. Der Greenpeace-Marktcheck zeigt, dass die Konsument*innen in den Supermärkten nur in Ausnahmefälle erkennen können, woher die Marillen – oder auch andere Zutaten im Glas – stammen. Auch bei den wenigen Produkten mit 100 Prozent heimischen Früchten steht die Herkunft der Marillen nicht immer auf dem Etikett. Sogar bei den Bio-Produkten, die insgesamt 18 Prozent des Sortiments ausmachen, ist das Herkunftsland nicht immer klar erkenntlich. Meistens steht lediglich „EU” oder „EU/Nicht-EU” als Herkunftsgebiet auf der Verpackung. „Wir brauchen nicht nur mehr Bio im Regal, sondern auch eine klare Herkunftskennzeichnung. Nur so ist es den Konsumentinnen und Konsumenten möglich, zu Produkten zu greifen, die in Österreich produziert und ohne Gifte am Acker auskommen”, betont Lehner.

 

Greenpeace - Presseaussendung