Greenpeace: Milder Winter mitverantwortlich für geringe Wintersterblichkeit bei Bienen
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
In einer Presseaussendung vom 31. Juli 2014 interpretierte die IG Pflanzenschutz die aktuellen Zahlen des Forschungsnetzwerks COLOSS zur Wintersterblichkeit von Bienenvölkern in Europa. Für die Pestizidindustrie würden diese Zahlen belegen, dass Neonicotinoide keine Ursache für das Bienensterben wären. Greenpeace kritisiert diese Fehlinterpretationen und sieht eindeutig Eigeninteressen der Produzenten im Vordergrund.“Bei einmaliger geringer Wintersterblichkeit von Bienenvölkern zu sagen, dass es kein Problem mit Pestiziden gäbe, ist so, als ob man an einem kalten Tag behauptete Klimawandel existiere nicht”, kritisiert Huem Otero, Landwirtschaftsprecherin bei Greenpeace. “Der vergangene Winter war ein milder. Das wirkt sich positiv auf die Wintersterblichkeit aus. Zudem wurde hier ausschließlich die Überwinterungsrate untersucht, viele Imkerinnen und Imker berichten aber über zunehmende Verluste im Sommer.”
Greenpeace fordert ein EU-weites Totalverbot von Neonicotinoiden und Fipronil und die Förderung von ökologischen Anbaumethoden, die den einzigen Ausweg aus der Krise bieten können. “Der weltweite Rückgang der Bienenpopulationen und anderer Bestäuber ist nicht zu leugnen. Aussagen wie jene der IG Pflanzenschutz, dass ein teilweises Verbot auf EU-Ebene von zumindest vier „Bienenkiller“-Pestiziden vorschnell erteilt wurde, muten zynisch an und leugnen die Mehrheit der wissenschaftlichen Erkenntnisse”, kritisiert Otero.