Greenpeace: Rechtliche Schritte, um EU-weites Pestizid-Verbot zu verteidigen

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Greenpeace International beantragt gemeinsam mit der Bee Life European Beekeeping Coordination und anderen Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen (Pesticides Action Network Europe, ClientEarth, Buglife und SumOfUs) beim Europäischen Gerichtshof als Streithelfer im aktuellen Verfahren um das EU-weite Teilverbot von Pestiziden zugelassen zu werden, um auf Seite der EU-Kommission das EU-weite Teilverbot von drei Bienenkiller-Pestiziden zu verteidigen.

Dieser Antrag erfolgt laut Angaben von Greenpeace „als Reaktion auf die von den Agrochemiekonzernen Bayer und Syngenta eingereichten Klagen, die versuchen das Teilverbot der von ihnen produzierten Pestizide aufzuheben. Bayer und Syngenta haben ihre Anwälte beauftragt ein Verbot zu bekämpfen, das wissenschaftlich gut fundiert und rechtlich einwandfrei ist und die Interessen der europäischen Landwirte und Konsumenten bewahrt. Das teilweise Verbot dieser drei Pestizide ist nur ein erster, aber notwendiger Schritt, um die Bienen in Europa zu schützen. Es muss vor den Angriffen der Konzerne, die ihre privaten Interessen zu Lasten der Umwelt verfolgen, verteidigt werden", sagt Dagmar Urban, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich.

Greenpeace International veröffentlichte am 16. Dezember 2013 die Ergebnisse einer unter herkömmlichen Feldbedingungen durchgeführten Pilot-Studie, die weitere Daten zu möglichen Expositionswegen bienengiftiger Pestizide liefert, informiert die Umweltschutzorganisation in einer Pressemitteilung.

Getestet wurde Guttationsflüssigkeit von kommerziell angebautem Mais, dessen Saatgut mit den Neonicotinoiden Thiamethoxam und Clothianidin behandelten wurde. Die Studie zeigt auf, dass die Konzentrationen der Neonicotinoide in der von der Pflanze abgesonderten Guttationsflüssigkeit jene Konzentrationen, die beim Sprühen des Insektizids empfohlen werden, erreichen bzw. überschreiten. Guttationsflüssigkeit kann somit eine möglicherweise tödliche Dosis für Bienen, die diese Flüssigkeit trinken, beinhalten. Bisher wurde dieser Kontaminationsweg wenig untersucht. Das von den Konzernen bekämpfte EU-Teilverbot umfasst unter anderem genau die Anwendung dieser Pestizide bei Mais.

Greenpeace Pressemitteilung