Greenpeace zu Glyphosat: Einhaltung der Gesetze schützt Menschen nicht
Im Fall der mit Glyphosat belasteten Beeren in einem Kärntner Wald bei Poggersorf hat die Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt-Land ihr Verfahren gegen Waldbesitzer Tilly eingestellt, da das Unkrautvernichtungsmittel ordnungsgemäß verwendet worden sei. Das berichtet die die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die vor einigen Wochen Glyphosat-Konzentrationen in dem Waldstück festgestellt hatte. Die Einstellung der Untersuchung würde wieder „einmal mehr die Dringlichkeit eines vollkommenen Verbots von Glyphosat in Österreich“ zeigen, berichtet Greenpeace.
„Offensichtlich schützt die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen die Menschen in diesem Fall nicht“, sagt Hanna Simons, Sprecherin von Greenpeace in Österreich. Die Probeentnahme der Umweltschutzorganisation hätte ergeben, dass Beeren aus dem betreffenden Wald Glyphosat-Konzentrationen aufweisen, die 500 Mal höher liegen als der gesetzliche Grenzwert, so Greenpeace.
„Ob bei der Anwendung selbst alle Vorschriften eingehalten wurden, ist nie Gegenstand unserer Überprüfung gewesen. Dass aber offensichtlich auch eine erlaubte Verwendung solche Auswirkungen hat, zeigt für uns einmal mehr, dass Glyphosat keinesfalls weiter eingesetzt werden darf“, so Simons.
Von der Kärntner Landesregierung fordert Greenpeace ab sofort eine strenge Kontrolle mit regelmäßigen Überprüfungen möglicher betroffener Waldstücke. „Es liegt in der Verantwortung der Behörden, dass sich niemand in Kärnten um seine Gesundheit sorgen muss, wenn er in den Wald geht“, betont Simons. Klar sei aber auch, dass es endlich ein österreichweites Verbot brauche. „Bundesminister Andrä Rupprechter muss dringend handeln. Der Einsatz von Glyphosat im Wald muss sofort verboten werden. Darüber hinaus brauchen wir einen generellen Ausstiegsplan für Glyphosat in Österreich bis Ende 2017“, fordert Simons.