Grenzüberschreitende Forschungsförderung startet mit drei Projekten

Insgesamt stehen in Summe 1,5 Millionen Euro zur Verfügung und ermöglichen praxisnahe Forschungsprojekte für eine nachhaltige Land-, Forst- und Wasserwirtschaft in den Regionen. Nach der grenzüberschreitenden Ausschreibung im Vorjahr wurden drei Projekte für die Durchführung ausgewählt. Das erste Projekt, das klimafitte Bohnen- und Hirsearten erforscht, startet bereits im Jänner. Im März folgen zwei Projekte mit den Schwerpunkten Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Mit der Forschungskooperation wollen die drei Alpenregionen, die in der Land- und Forstwirtschaft vor vergleichbaren Herausforderungen stehen, ihre Kräfte bündeln. Im Fokus stehen Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Klimawandelanpassung, Diversifizierung sowie die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten. Ähnliche agrarische Strukturen in den drei Regionen bieten dabei ideale Voraussetzungen für gemeinsame Forschungsansätze und den Transfer von Wissen in die Praxis. Inhaltlich lag der Schwerpunkt der Ausschreibung für die grenzüberschreitenden Projekte auf den zwei zentralen Forschungsthemen zirkuläre Bioökonomie und klimafitte Landwirtschaft. In einem gemeinsamen Auswahlverfahren wurden drei Projekte ausgewählt, die durch ihre hohe Praxisrelevanz, ihre wissenschaftliche Qualität sowie durch die enge Zusammenarbeit von Forschungspartnern aus mindestens zwei der beteiligten Regionen überzeugten:

HirseBohne - Trockenbohnen und Sorghumhirse: Etablierung neuer Kulturen für Kreislauf-Bioökonomie und klimafitte Landwirtschaft in Österreich, Bayern und Südtirol: Durch die Entwicklung angepasster Sorten der Trockenbohne und Sorghumhirse zielt das Projekt darauf ab, in Zeiten des Klimawandels eine erfolgreiche Ernte, Aufbereitung und Verarbeitung in alpinen Regionen zu stärken. Das Projekt startet im Jänner 2026 und die durchführenden Forschungseinrichtungen sind: Raumberg-Gumpenstein Research & Development (d. HBLFA Raumberg-Gumpenstein), Versuchszentrum Laimburg und Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). 

KOMY - Anerkennung des Potenzials der Verwertung von Apfeltrester. Ein multidisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk, das zirkuläre Strategien zur Umwandlung von Apfeltrester in hochwertige Produkte, Nebenprodukte und Koppelprodukte entwickelt: Durch die Betrachtung von Apfeltrester und dessen Fermentationsnebenprodukte als wertvolle Ressourcen statt als Abfall, fördert KOMY ein neues Modell der Kreislaufwirtschaft für die Agrar- und Lebensmittelindustrie. Das Projekt startet im März 2026 und die durchführenden Forschungseinrichtungen sind: Management Center Innsbruck, Versuchszentrum Laimburg und Hochschule Weihenstephan.

CAP-AB - Kreislaufwirtschaft zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität in Österreich & Bayern: Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer realistischen Einschätzung der Produktivität landwirtschaftlicher Betriebe unter Berücksichtigung von Umweltindikatoren und zusätzlicher Informationen zu Kreislauf- und Bioökonomiepraktiken, innerhalb des Datennetzes für die Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebe (FSDN - FarmSustainabilityDataNetwork) der EU. Das Projekt startet im März 2026 und die durchführenden Forschungseinrichtungen sind: BAB Project (d. Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen) und Technische Universität München.

Die ausgewählten Projekte ermöglichen eine stärkere Vernetzung der Forschungseinrichtungen in den drei Ländern. Gleichzeitig sollen die gewonnenen Erkenntnisse konkrete Impulse für Innovationen im Agrar- und Lebensmittelsektor liefern und einen nachhaltigen Mehrwert für die land- und forstwirtschaftliche Praxis schaffen. 

Forschungs- und Innovationspakt

Die gemeinsame Unterstützung von Forschungsprojekten baut auf dem seit 2016 bestehenden Forschungs- und Innovationspakt zwischen Bayern, Südtirol und Österreich auf. Zuständig sind das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, das Ressort Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus, Autonome Provinz Bozen – Südtirol, und in Österreich das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.

Grenzüberschreitende Forschungsförderung startet mit drei Projekten