Großer Landraub in Afrika durch westliche Spekulanten
Nachhaltigkeit & Wirtschaft (Greenjobs)
Studie: Auch amerikanische Universitäten und Pensionskassen profitieren von der Ausbeutung Afrikas.Das Oakland Institute, ein politischer Think-Tank in Oakland, Kalifornien, veröffentlichte gestern, Mittwoch, seine neuesten Forschungsergebnisse über Landkäufe in Afrika durch westliche Investmentfonds und andere Spekulanten.
Die Forscher nahmen Einsicht in Kaufverträge und Geschäftspläne, und analysierten Landkarten und Investorenfirmen.
Die Studie zeichnet ein vernichtendes Bild der Investoren, zu denen auch berühmte amerikanische Universitäten wie Harvard oder Vanderbilt gehören: die Landkäufe bringen der Bevölkerung fast nie die versprochenen Vorteile, stattdessen werden Tausende von Kleinbauern von ihren Grundstücken vertrieben, die sie vorher jahrhundertelang bewirtschaftet hatten.
Auf den Grundstücken der vertriebenen Bauern werden Biotreibstoffe und Blumen, viele auch für den Export in die EU bestimmt, angebaut.
Der Landraub führt zu Umweltschäden, Wasserknappheit und politischer Instabilität durch steigende Lebensmittelpreise.
Auch Flüchtlingslager müssen für die geplanten Projekte der neuen Besitzer verlegt werden. Der „Guardian“ berichtet, dass die Investmentfirma AgriSol Energy gemeinsam mit der Iowa University in Tansania ein Projekt plant, das die Umsiedlung von 162.000 Flüchtlingen notwendig macht, die dort zum Teil bereits 40 Jahre lang das Land bewirtschaften.
Im Zuge der Recherchen stießen die WissenschafterInnen auch auf Investoren, die damit prahlten, wie einfach es sei, in Afrika mit der armen Bevölkerung „Verträge“ abzuschließen: oft reiche dazu „eine Flasche Johnny Walker“, kritisiert Anuradha Mittal, Geschäftsführerin des Oakland Instituts. Im Gegenzug bekommen die Investoren oft vielfältige Rechte wie zum Beispiel unlimitierten Wasserzugang.
Allein im Jahr 2009 kauften oder leasten westliche Investoren in Afrika rund 60 Millionen Hektar Land, eine Fläche so groß wie Frankreich.
Oakland Institute Pressemitteilung (en)
BBC News: Hedge funds „grabbing land“ in Africa (en)
Guardian: US universities in Africa „Land grab“ (en)
Report: Understanding Land Investment Deals In Africa.(en)