Gründer Bericht dokumentiert Stagnation der Bio-Landwirtschaft in Österreich
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
"Der Grüne Bericht dokumentiert eindrücklich eine Stagnation der Bio-Landwirtschaft in Österreich“, kritisiert Bio Austria in einer Pressemitteilung. „Der Anteil der Bio-Landwirtschaft liegt mit fast 20 Prozent vergleichsweise hoch, doch seit 2010 gibt es praktisch keine Entwicklung mehr", sagt Bio Austria-Obmann Rudi Vierbauch.Erst vor kurzem hat das Lebensministerium Bandbreiten für die zukünftigen Abgeltungen der Leistungen der Bio-Landwirtschaft im Umweltprogramm 2015-2020 veröffentlicht. Demnach seien massive Kürzungen bis zu 30 Prozent angedacht. Umweltminister Rupprechter bekennt sich jedoch zur biologischen Landwirtschaft. Diese sei das Flaggschiff der österreichischen Landwirtschaft, der Bio-Sektor soll gestärkt und aufgewertet werden.
"Die im Programmentwurf skizzierten Kürzungen der Abgeltung von Leistungen der Biobäuerinnen und Biobauern im zukünftigen Agrar-Umweltprogramm ÖPUL wären das falsche Signal zur falschen Zeit. Die österreichische Landwirtschaft braucht eine Stärkung der Bio-Landwirtschaft durch ein ambitioniertes Agrar-Umweltprogramm und begleitende Maßnahmen etwa in den Bereichen Bildung und Beratung sowie Informations- und Absatzförderungsmaßnahmen“, sagt Vierbauch.
Der Anteil der Bio-Landwirtschaft an der landwirtschaftlichen Nutzfläche beträgt annähernd 20 Prozent, damit liegt Österreich weiterhin an der Spitze der EU-Mitgliedsstaaten.
Wurden von 2008 auf 2009 noch zirka 23.000 ha und von 2009 auf 2010 noch ca. 16.000 ha Fläche auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt, stagnieren die Flächen seit 2010 auf Grund des Einstiegsstopps in die Bio-Förderung im Österreichischen Agrar-Umweltprogramm ÖPUL, kritisiert Bio Austria. "Die volle Abgeltung des Mehraufwandes und Minderertrages der Bio-Landwirtschaft im neuen Programm muss sichergestellt werden und es darf keine zusätzlichen Hindernisse für bestehende sowie umstellungsbereite Betriebe geben. Ansonsten schlittern wir in eine ähnliche Situation wie unser Nachbarland Deutschland, das die kontinuierlich steigende Nachfrage nach Bio-Produkten nicht mehr mit eigener Produktion decken kann."