Handelsabkommen EU – USA für zertifizierte Bio-Produkte
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Der Landwirtschafts-Kommissar der EU, Dacian Ciolos, und die stellvertretende Landwirtschaftsministerin der USA, Kathleen Merrigan, unterzeichneten letzte Woche auf der BioFach, der weltweit größten Messe für ökologische Erzeugnisse, ein Abkommen für die gegenseitige Anerkennung von zertifizierten ökologischen Erzeugnissen. Das Abkommen tritt am 1. Juni 2012 in Kraft.Die USA und die EU sind die zwei größten Hersteller von Bio-Produkten, die Bio-Branche in diesen beiden Ländern wird auf rund 40 Milliarden Euro geschätzt und wächst jährlich.
„Bisher mussten sich Erzeuger und Unternehmen, die Produkte auf beiden Seiten des Atlantiks vertreiben wollten, um getrennte Zertifizierungen nach zwei Standards bemühen, d.h. doppelte Gebühren, doppelte Inspektionen und doppelter Verwaltungsaufwand. Mit dieser Partnerschaft werden bedeutende Hindernisse insbesondere für kleine und mittelgroße ökologische Erzeuger aus dem Weg geräumt“, zeigt sich die EU-Kommission in einer Pressemitteilung zufrieden.
Die Unterschiede bei den Bio-Standards seien gering: „Die einzige Ausnahme bildet das Verbot der Verwendung von Antibiotika. Gemäß den Vorschriften des US-Landwirtschaftsministeriums für ökologisch erzeugte Lebensmittel ist die Verwendung von Antibiotika verboten. Nur zur Kontrolle invasiver bakterieller Infektionen (Feuerbrand) in Bio-Apfel- und Birnenplantagen ist ihr Einsatz erlaubt. In den Vorschriften für ökologisch erzeugte Lebensmittel in der Europäischen Union ist der Einsatz von Antibiotika nur zur Behandlung infizierter Tiere vorgesehen. Für alle im Rahmen dieser Partnerschaft gehandelten Erzeugnisse müssen Zertifizierer überprüfen, dass aus keinem Grund Antibiotika verwendet wurden.“