Heinrich-Böll-Stiftung: Abschaffung der EU-Förderung von Biosprit würde globale Nahrungsmittelpreise senken und Importabhängigkeit vermeiden
Energie, Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Die am 11. Dezember 2013 von Oxfam und der Heinrich-Böll-Stiftung vorgelegte Studie zu den Auswirkungen von Biokraftstoffen auf globale Agrarpreise und Klimawandel zeigt, dass bei einem Wegfall der EU-Förderung von Biosprit im Jahr 2020 netto 27 Millionen Tonnen weniger Getreide und Ölsaaten in die EU importiert werden würden. Dadurch würde die globale Nachfrage nach Biomasse abnehmen und die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel würden spürbar sinken.Würde die politische Förderung von Biosprit im Jahr 2020 wegfallen, sänken die Weltmarktpreise bei pflanzlichen Ölen gegenüber einer Situation mit Beibehaltung der gegenwärtigen Politik um 16 Prozent, informiert die Heinrich-Böll-Stiftung in einer Pressemitteilung. Bei Ölsaaten würden die Preise um zehn und bei Weizen um etwa vier Prozent fallen.
Auch in Sachen Klimaschutz stellt die Studie Biokraftstoffen und der europäischen Förderungspolitik ein schlechtes Zeugnis aus: „Das Hauptargument für Biokraftstoffe, nämlich ihr Beitrag zu einer emissionsarmen und damit klimafreundlichen Mobilität, stimmt spätestens in dem Moment nicht, in dem indirekte Landnutzungsänderungen und Intensivierungseffekte einbezogen werden“, sagt Christine Chemnitz, Referentin für internationale Agrarpolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung. „Keines der in der Studie ausgewerteten Produktionsverfahren für Biodiesel würde dann die von der EU festgelegten Nachhaltigkeitsschwellenwerte für die Emissionsreduzierung erfüllen.“
Die Studie ‚Biokraftstoffe: Auswirkungen auf globale Agrarpreise und Klimawandel‘ steht auf der Webseite der Heinrich-Böll-Stiftung gratis als Download zur Verfügung.
Heinrich-Böll Stiftung Pressemitteilung
Studie "Biokraftstoffe: Auswirkungen auf globale Agrarpreise und Klimawandel"