IEA warnt vor dramatischer Ölkrise
Klima & Energie
Der Chefökonom der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hat in einem Interview mit dem britschen „Independent“ ungewohnt deutlich vor einem drohenden Ölengpass gewarnt.Die globale Ölproduktion wird schon in den nächsten 10 Jahren ihren Höhepunkt überschreiten („Peak Oil“) und in der Folge abnehmen. Bei den meisten großen Ölfeldern ist das Fördermaximum schon überschritten. In Verbindung mit den chronisch niedrigen Investitionen der Öl fördernden Staaten würde bei einem Anspringen der Nachfrage der Ölpreis explodieren und die Hoffnungen auf eine schnelle wirtschaftliche Erholung zunichte machen, so Birol.
Aber auch die langfristigen Prognosen sind alles andere als rosig. Die Produktion aus existierenden Ölfeldern nimmt der IEA zufolge um 6,7% jährlich ab. 2007 hatte die IEA noch mit einer jährlichen Abnahme von 3,7% gerechnet. Selbst wenn die Nachfrage konstant bleibt, müssten bis 2030 Vorkommen gefunden werden, die vier Mal so groß sind wie die Reserven Saudi-Arabiens. Steigt der Ölverbrauch wie erwartet leicht an, müssten Vorkommen in der Größenordnung von sechs Mal Saudi-Arabien gefunden werden.